Literatur und Musik : Junges Blut für „Schreiberlinge“

Die Krakower Schreiberlinge gestalteten eine Lesung zum Valentinstag: Jana Lange, Gretel von Holst, Dr. Robert Siering, Ute Büschken-Schmidt und Nina von Alten-Reuss (v.l..   Fotos: Christian Menzel
Die Krakower Schreiberlinge gestalteten eine Lesung zum Valentinstag: Jana Lange, Gretel von Holst, Dr. Robert Siering, Ute Büschken-Schmidt und Nina von Alten-Reuss (v.l.. Fotos: Christian Menzel

Güstrower Gymnasiastin schließt sich Krakower Gruppe an / Gelungene Lesung mit Musik zum Valentinstag in Alter Synagoge

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19. Februar 2014, 06:00 Uhr

Jüngstes Mitglied der Krakower Schreiberlinge und erst seit wenigen Monaten dabei ist die Güstrower Gymnasiastin Nina von Alten-Reuss. „Ich schreibe schon seit frühester Kindheit, da konnte ich noch gar nicht schreiben, sondern habe mir die Geschichten im Kopf behalten“, erzählt die 15-Jährige. Zur Lesung mit Musik am vergangenen Sonntag – in Anlehnung an den Valentinstag zum Thema „Beziehungen“ – trug sie eine Geschichte über einen Mann vor, der sich nach einem Schicksalsschlag in eine selbst gewählte Isolation zurückzieht und diese erst nach und nach überwinden lernt.

Mindestens zweimal im Jahr geben die Krakower Schreiberlinge ein Lebenszeichen von sich, einmal stets in der Vorweihnachtszeit. Ende der 1990er-Jahre im Luftkurort gegründet, gibt es die Interessengemeinschaft von Menschen aus der Region, die Gedichte, Erzählungen oder Episoden schreiben, noch immer. Über die Jahre hat sich die Zusammensetzung verändert. Vom „alten Stamm“ sind Ute Büschken-Schmidt, Roswitha Weltzien und Jana Lange, die die Werkstatt inzwischen leitet, übrig geblieben.


Respektvolle Diskussion über neueste Texte


Passend zum Valentinstag erzählte die ehemalige Pastorin Gretel von Holst von einer geschenkten Rose, die weiter gegeben wird und so mehrere Besitzer glücklich macht. Ute Büschken-Schmidt aus Serrahn schilderte in ihrer Erzählung „Zweite Liebe“, wie Alltagseinerlei und mangelnde Aufmerksamkeit einer Beziehung gefährlich werden kann. Der ehemalige Tierarzt Robert Siering aus Kuchelmiß brachte das Publikum mit seiner Episode „Schwiegersohn im Angebot“ zum Schmunzeln, ließ aber offen, ob es sich bei den Verkupplungsversuchen um autobiografische Erfahrungen handelte. Jana Lange widmete ihrer Mitstreiterin Roswitha Weltzien, die zurzeit eine Auszeit von der Schreibwerkstatt nimmt, ein aufmunterndes Gedicht. Originell auch ihre Geschichte „Der verflixte Schuh oder Lachen macht glücklich“ über eine deutsche Austauschstudentin, die in Amerika ihr Glück findet.

Einmal im Monat treffen sich die Schreiberlinge, um sich einander ihre Texte vorzustellen und darüber zu sprechen. „Das geschieht aber immer in einer freundschaftlichen Atmosphäre. Jeder respektiert den Stil und die Themen des anderen“, berichtet die Leiterin. Publikationen, wie am Anfang der Schreibwerkstatt, seien demnächst nicht geplant, wohl aber sei ein Workshop mit fachlicher Anleitung vorgesehen. „Wichtig ist die Freude, die jedes Mitglied beim Schreiben empfindet. Das soll vor allem erhalten werden“, sagt Jana Lange.

Dass die Schreiberlinge mit ihren Texten auch Freude vermitteln, erlebten die Besucher am vergangenen Sonntag. Komplettiert wurde das sorgsam zusammengestellte Programm durch musikalische Beiträge der Gymnasiastin Isabel Schubert. Eine rote Rose, die jeder Besucher zum Abschluss der Lesung erhielt, rundete den perfekten Nachmittag ab.



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