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Güstrower Anzeiger

14. Dezember 2017 | 11:18 Uhr

Jungen Schwan gerettet

vom

svz.de von
erstellt am 16.Okt.2012 | 05:43 Uhr

Güstrow | "Die Schwäne gehören zu Güstrow. Sie sind immer da", bricht Empörung aus dem Mund von Fine Rutsch (15). Zusammen mit Friederike May (15) kam sie gestern in die SVZ-Lokalredaktion. Man könne ein verletztes Tier doch nicht seinem Schicksal überlassen, meinen die beiden Güstrowerinnen. Jemand müsse doch helfen. Dieser Jemand fand sich letztendlich mit dem Natur- und Umweltpark (Nup). Die gute Nachricht: Dem Schwan geht es den Umständen entsprechend wieder ganz gut. Seit gestern schwimmt er auf dem Teich im Nup.

Die Geschichte aber ist eine längere. Es war am Freitag, als die 9. und 10. Klasse der Freien Schule Güstrow im Kunstunterricht einen Stadtrundgang geplant hatte. In der Hansenstraße in der Nähe des Nachtigallenbergs entdeckten die Schüler einen der Güstrower Jungschwäne auf dem Gehweg. "Er war am Bein verletzt", erzählt Friederike May. "Gehen konnte er nicht mehr, also versuchte er immer wieder aufzufliegen", fügt Fine Rutsch hinzu.

Zuerst riefen die beiden einen Tierarzt an. Der habe sich in Zeitnot gesehen, wollte sich aber bemühen, doch vorbei zu kommen. Bei einem zweiten Tierarzt sei das Thema an der Frage, wer den Einsatz bezahlen würde, gescheitert. Die beiden Mädchen ließen ihren Kunstunterricht sausen und behüteten den verletzten Schwan. Es folgten Telefonate mit dem Stadtbauhof, der Feuerwehr, dem Bürgermeister, dem Veterinäramt des Landkreises und, und, und. Schließlich, so berichten beide, sei die Feuerwehr gekommen und brachte den Schwan zum Stadtbauhof. Dort sei aber klar gewesen, dass das Tier übers Wochenende kaum versorgt werden könne. "Der Gedanke gefiel uns gar nicht", sagt Friederike May.

Zusammen mit den Schülerinnen Natalie und Antonia Hamann machte man sich weiter auf die Suche nach Hilfe und habe auch jemanden gefunden, der am Wochenende im Stadtbauhof nach dem Schwan hätte gucken können. Das aber erschien alles viel zu kompliziert. "Deshalb wollten die Leute vom Stadtbauhof den Schwan doch lieber in den Nup bringen", berichtet Friederike May. So geschah es.

"Er hat vier Tage lang Medikamente bekommen und jetzt ist er auf dem Teich", informierte gestern Petra Koppe. Zusammen mit dem Tierarzt habe man entschieden, dass er im Wasser jetzt besser aufgehoben ist. "Es ist ein umzäuntes Gebiet. Er bleibt weiter unter Beobachtung", sagt die Tierpflegerin und fügt hinzu: "Er hat wieder eine Chance." Er könne wegfliegen, aber auch bleiben.

SVZ hatte erst im Juli über Jungschwäne berichtet, die in Bülow ohne Elterntiere beobachtet wurden. Auch Elisabeth Heinze beklagte sich darüber, dass niemand helfen wollte. Rainer Boldt, Dezernent der Kreisverwaltung, hatte damals erklärt, dass Schwäne Wildtiere seien, für die tatsächlich niemand "zuständig" wäre. Es handele sich um keine bedrohte Art, so dass auch keine Naturschutzbehörde und kein Amtstierarzt eingreifen müssten. Und in der Natur komme es eben auch vor, dass nicht jedes Jungtier erwachsen werde.

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