Junge Menschen finden Weg zu Barlachs Kunst

Fritz Müller aus dem Brandenburgischen schaute sich gestern die neue Barlach-Ausstellung an.
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Fritz Müller aus dem Brandenburgischen schaute sich gestern die neue Barlach-Ausstellung an.

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13. Mai 2013, 08:41 Uhr

Güstrow | Für 30 bis 35 Kinder und Jugendliche bietet der lichtdurchflutete Raum im neuen Gebäude der Ernst-Barlach-Stiftung für die Museumspädagogik Platz. Wohl an die 100 Kinder und Erwachsene drängten sich gestern zur Einweihung, war diese doch mit der Auswertung des 3. Barlach-Schüler-Wettbewerbs der Freunde der Güstrower Barlach-Museen verbunden. 251 Arbeiten waren eingereicht worden - ein Rekord. 45 sind jetzt ausgestellt. Eine Jury musste die Auswahl treffen, berichtete Irene Heinze. Etwas leichtfertig, so gestand sie, hatten die Organisatoren allen Wettbewerbsteilnehmern versprochen, dass ihre Arbeiten gezeigt werden. Mit einer so großen Resonanz auch von Schülern aus Schwerin und Rostock hatte man nicht gerechnet.

Etwa 2000 Kinder werden von der Museumspädagogin Ingrid Kiel im Jahr mit besonderem Programm betreut. Jetzt haben die Kinder ein eigenes Atelier mit einer verputzten Magnetwand, die Platz für Ausstellungen bietet. "Unsere Aufgabe ist es, das Werk Barlachs zu bewahren, zu pflegen und zu vermitteln", betonte gestern Volker Probst, Geschäftsführer der Barlachstiftung. Die Vermittlung erfolge u.a. über die museumspädagogische Arbeit. Mit den nun hervorragenden Bedingungen dafür will man sich künftig nicht allein an Kinder und Jugendliche wenden, sondern auch Angebote für Senioren und Menschen mit Behinderung im Gebäude der Museumspädagogik unterbreiten. Der Werkstattraum mit Ateliercharakter werde schon jetzt "wie selbstverständlich angenommen, so, als wäre er schon immer da gewesen", stellte Probst gestern zufrieden fest und wies den Ernst-Barlach-Museen in Güstrow unter den etwa 200 musealen Einrichtungen in MV einen guten Platz zu.

Facettenreiche Schau der Zeichnungen

Schon am Vormittag war im Ausstellungsforum/Graphikkabinett eine neue Ausstellung "Ernst Barlach. Zeichnungen" eröffnet worden. "Zu sehen sind Zeichnungen aus dem gesamten Lebenswerk Barlachs", hebt Kuratorin Inge Tessenow das Besondere der Präsentation im Jahr des 75. Todestages des Bildhauers hervor. Es seien Stücke, die nur selten oder noch gar nicht zu sehen waren. Neben Exponaten aus der Ernst-Barlach-Stiftung sind Leihgaben aus dem Ernst-Barlach-Haus Hamburg und aus zwei Privatsammlungen zu sehen. Gerhard Jacob, Vorsitzender des Kuratoriums der Ernst-Barlach-Stiftung, sprach zur Eröffnung von einer äußerst facetten- und spannungsreichen Auswahl.

Stadtmuseum: Schauen und Mitmachen

Auf dem Franz-Parr-Platz wurden soweit möglich unter freiem Himmel gezeichnet Der Künstler Henning Spitzer scharrte eine erkleckliche Gruppe um sich herum. Zum Teil seien es Teilnehmer aus seinen Kursen, u.a. im Kinder-Jugend-Kunsthaus, die sich einmal in die Öffentlichkeit wagen würden, berichtet er. Gleich gegenüber präsentierte sich die Güstrower Feuerwehr mit alter und neuer Technik und allerlei Aktionen zum Schauen und Mitmachen.

Schloss: Rätselspaß für Kinder und Eltern

Auf dem Schlosshof warteten Corinna Sturm und Leon Bieschke, 9. Klasse des John-Brinckman-Gymnasiums, aufgeregt auf Familien, die sie durch das Schloss führen wollten. Die allgemeinen Führungen boten auch etwas Besonderes, nämlich einen Rätselspaß für Kinder. Die Schüler mit Wahlpflichtunterricht "Schul- und Regionalgeschichte" haben die Fragen zusammengestellt. "Das ist heute der Probelauf", verriet Museumspädagogin Monika Lehmann. Ronald Richardt, Tanja Winkler und ihr Sohn Levi de Buhr aus Rostock das u.a. Angebot an. "Wir sind nach Güstrow gekommen, weil es hier sehr viele kinderfreundliche Angebote gibt", betont Ronald Richardt. Das sei anderswo, wo am Museumstag ebenfalls sehr viel geboten werde, nicht so.

Das Güstrower Angebot am gestrigen Museumstag komplettierten das Krippenmuseum, das am Muttertag Darstellungen der Maria in den Mittelpunkt rückte. In die Saison startete auch das Dorfmuseum Lohmen mit einer neuen kleinen Ausstellung zur Werkzeugentwicklung "Vom Steinbeil zum E-Motor", das Wolhyniermuseum in Linstow und das Alttechnikemuseum in Klein Upahl.

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