zur Navigation springen

Interview mit Amtswehrführer : „Jugendwehren noch ausbaufähig“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

1. Kinder- und Jugendfeuerwehrtag im Amt Krakow am See / Interview mit Amtswehrführer Nico Mertel aus Langhagen

von
erstellt am 12.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Nachwuchssorgen plagen die freiwilligen Feuerwehren auf dem Land. Deshalb lud das Amt Krakow am See Sonnabend zum 1. Kinder- und Jugendfeuerwehrtag im Amtsbereich nach Kuchelmiß ein. SVZ-Redakteur Jens Griesbach sprach mit Amtswehrführer Nico Mertel (35) aus Langhagen über die Probleme und Sorgen der Wehren im Amt.

 

Der 1. Amts-Kinder- und Jugendfeuerwehrtag soll Kinder und Jugendliche für die Feuerwehr begeistern. Wie akut sind die Nachwuchsprobleme der Wehren im Amtsbereich?

Mertel: Wir haben fünf Jugendwehren mit 84 Kindern und Jugendlichen. Das ist noch ausbaufähig. Leider gibt es nicht in allen Gemeinden Jugendwehren. Ein positives Signal ist jedoch, dass jetzt in Kuchelmiß eine neue Jugendwehr gegründet wurde.

Wie steht es um die aktiven Wehren im Amtsbereich?Ist die Einsatzbereitschaft am Tage bei allen gesichert?

Das ist ein großes Problem. Wir haben zu wenig Leute, die tagsüber verfügbar sind. Alleine schaffen wir es in den Ortschaften nicht mehr und agieren deshalb mit Alarmbereitschaften. Es werden also gleichzeitig mehrere Wehren alarmiert. Zurzeit haben wir im Amt 477 Feuerwehrmitglieder, davon 337 Aktive. Aber im Alarmfall sind davon nicht alle einsatzbereit.

Neben dem Personal: Was fehlt den Feuerwehren im Amt Krakow am See noch?

Im östlichen Amtsbereich (Lalendorf) ist die Infrastruktur, was z.B. die Gerätehäuser betrifft, noch nicht auf einem modernen Stand. Hier schaffen wir in diesem Jahr zum Teil Abhilfe durch den Bau eines neuen Gerätehauses in Wattmannshagen. Der Stand unserer Feuerwehrtechnik ist gut, aber die Fahrzeuge kommen langsam in die Jahre. Hier müssen wir über Ersatz nachdenken.

Wie versuchen die Feuerwehren neben dem 1. Amts-Kinder- und Jugendfeuerwehrtag noch, an Kinder und Jugendliche heranzukommen?

Wir gehen in die Kitas und Schulen und machen Brandschutzerziehung vor Ort. Die Zusammenarbeit ist gut. Jetzt wollen wir zudem den Amts-Kinder- und Jugendfeuerwehrtag etablieren – als Attraktion für die, die schon in der Feuerwehr sind, aber vor allem für die Nachwuchswerbung.

Könnte es mit der anstehenden Novellierung des Brandschutzgesetzes in Mecklenburg-Vorpommern zur Zusammenlegung oder gar zur Schließung von Feuerwehren auf dem Land kommen?

Die Gefahr besteht, dass das von einigen so gesehen wird. Das darf aber nicht passieren. Zusammenlegung oder Schließung geht immer einher mit dem Verlust von Mitgliedern. Bei der Novellierung des Brandschutzgesetzes steht aber etwas anderes im Vordergrund: Ich habe große Hoffnung, dass sich dadurch zukünftig die Tageseinsatzbereitschaft verbessern wird. Dafür muss sich auch etwas in den Köpfen einiger Arbeitgeber ändern. Sie müssen Verständnis dafür aufbringen, ihre Arbeitnehmer für den Feuerwehrdienst freizustellen.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen