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Uwe-Johnson-Bibliothek : Jugendschutz bei Videospielen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Alterskennzeichnung für Computer und Videospiele in Deutschland – Theorie und Praxis

Computer- und Videospiele sind heutzutage nicht wegzudenken. Sie bergen aber auch Gefahren. Um Kinder und Jugendliche zu schützen, werden seit 2003 Altersfreigaben durch die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) für Spiele festgelegt. Wie das läuft, konnten Interessierte jetzt in der Güstrower Bibliothek erfahren. Im Rahmen der Aktionswoche „Netzwerk Bibliothek“ lud die Uwe-Johnson-Bibliothek zu einer Live-Videospielprüfung zusammen mit dem ständigen Vertreter der obersten Landesjugendbehörde bei der USK, Uwe Engelhardt, ein. Er erklärte der kleinen Runde, das jedes in der Öffentlichkeit zugängliche Spiel einer Prüfung unterliegt, in dem das Jugendschutzgesetz die Hauptrolle spielt.

„Die Alterskennzeichnung von Videospielen ist Aufgabe der Jugendministerien. Ich bin unter anderem Vertreter der obersten Landesjugendbehörde und nehme an jedem Prüfverfahren teil“, berichtet Engelhardt. Bei dem bundesweit einheitlichen Prüfverfahren muss ein Sichter ein Spiel komplett durchspielen und anschließend vorstellen. Danach wird dann von dem Vertreter und vier Sachverständigen des Jugendschutzes über die Altersfreigabe entschieden. Uwe Engelhardt erläutert: „Die Altersfreigaben variieren: 0, 6, 12, 16 und 18 Jahre. Wenn ein Spiel beispielsweise ohne Altersbeschränkung freigeben wird, handelt es sich um familienfreundliche Spiele, wie Geschicklichkeits- und Gesellschaftsspiele.“ Je höher die Altersfreigabe, desto mehr Voraussetzungen werden an das Kind gestellt, beispielsweise die mediale Erfahrung oder die Differenzierung zwischen Realität und Spiel. „Bei Spielen die keine Jugendfreigabe haben, sollen die Minderjährigen geschützt werden. Die Distanzierung zum Spielgeschehen ist dort sehr schwierig und die Jugendlichen könnten sich mit den Spielfiguren identifizieren und dadurch ethisch und moralisch falsch Handeln“, erklärt Engelhardt. Nach der ausführlichen Erklärung der Kriterien für die Altersfreigabe und einer Frage-Antwort-Runde wurde am Ende gemeinsam die Playstation gestartet und ein Spiel unter den gelernten Kriterien bewertet. Der 16-jährige Lucas Mundt dazu: „Ich interessiere mich für Videospiele und greife selbst täglich zum Kontroller. Ich habe schon viel Vorwissen mitgebracht, trotzdem war die Veranstaltung sehr lehrreich und interessant.“ Eher erschrocken verließ Sozialpädagogin Katharina Lindemann die Veranstaltung: „Ich bin selbst Mutter und wollte mich über die Kriterien der Altersfreigabe informieren. Ich bin erschüttert, das die Gewalt in den Spielen als so normal empfunden wird.“

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