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Krakow am See : Jugendliche als Stars einer Ausstellung

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

„Deine Anne – Ein Mädchen schreibt Geschichte“ in Krakow am See eröffnet. Schüler begleiten Besucher durch die Exposition.

von
erstellt am 13.Sep.2017 | 21:00 Uhr

Kinder und Jugendliche sind die „Stars“ der in Krakow am See eröffneten Anne-Frank-Ausstellung. Die Namensgeberin sowieso, das jüdische Mädchen, das im vom Nazi-Deutschland besetzten Amsterdam untergetaucht war, ihr weltberühmtes Tagebuch schrieb, nach zwei Jahren doch entdeckt wurde und im Lager Bergen-Belsen an Typhus starb. Mit ihren im Versteck geschriebenen Aufzeichnungen wurde Anne Frank (1929-1945) zu einem „Mädchen, das Geschichte schreibt“, und ihr Tagebuch zum Symbol für den Völkermord an den Juden durch die Nationalsozialisten und zugleich ein intimes Dokument der Lebens- und Gedankenwelt einer heranwachsenden Jugendlichen.

An symbolträchtigem Ort, in der ehemaligen Krakower Synagoge, wurde am Dienstagabend die Ausstellung im Beisein von Vertretern des Kulturvereins, des Seniorenbeirates und des FSV Krakow am See, die sich besonders um den Aufbau gekümmert haben, sowie von Stadt- und Amtsprominenz, Bundestags- und Landtagsmitgliedern feierlich eröffnet. Das Anne-Frank-Zentrum Berlin brachte die Wanderausstellung für das in den Ämtern Krakow am See und Mecklenburgische Schweiz vom CJD Waren koordinierte „Demokratie leben“-Bundesprogramm in den Luftkurort.

Besonders jenen Jugendlichen, die sich auf eine besondere Weise auf die Exposition vorbereitet haben, wollte Thomas Heppener vom Bundesfamilienministerium danken. 14 Mädchen und Jungen aus den Schulen in Krakow am See und Jördenstorf, alle in dem Alter, als Anne Frank sich verstecken musste, werden bis zum 5. Oktober die Exposition in der mittleren Etage der benachbarten Alten Schule betreuen. Sie sind „auf Neudeutsch Peer Guides, also Ausstellungsführer“, wie es Amtsvorsteher Wilfried Baldermann bei der Begrüßung der Gäste formulierte.

Allerdings sollten sie nicht nur durch die Räume „führen“, sondern die Besucher „begleiten“, wie Collin von der Krakower Schule beschrieb. „Wichtig ist mir vor allem, dass es um die Gespräche mit den Besuchern geht“, sagte der 14-Jährige am Dienstagabend. „Ich freue ich darauf, Gleichaltrigen auf coole Art und Weise etwas beizubringen“, erzählte Anna von der Schule Jördenstorf. Die 14-Jährige bekannte auch, „ein bisschen Angst davor“ zu haben, dass „wir vielleicht nicht ernst genommen werden könnten von Gleichaltrigen“. Sie habe sich aber gut vorbereitet und hoffe, dass es funktionieren wird. Jeremias (15), der die Regionale Schule in Krakow am See besucht, betonte, dass er bei der Peer-Guide-Ausbildung sehr viel gelernt habe. Für ihn „ist es eine Ehre“, Ausstellungsbegleiter sein zu dürfen. Landrat Sebastian Constien lobte: Das Beschäftigen von Jugendlichen mit dem Schicksal Anne Franks „führt zum Erkennen von Zusammenhängen und deren Folgen“.

Starken aktuellen Bezug bekommt die Anne-Frank-Ausstellung durch weitere jugendliche „Stars“. So ist in die Alte Schule ein Projekt integriert, an dem sich ebenfalls Krakower und Jördenstorfer sowie Lalendorfer Schüler beteiligt haben. Sie erzählen, was sie von ihrem Leben erwarten. In der Synagoge der krasse Gegensatz: Straßenkinder aus Bosnien haben fotografiert, wie ihr Leben aussieht. Und nicht zuletzt machen Mitglieder des Filmklubs Güstrow und des Jugendklubs Alte Molkerei die geschichtsträchtige Exposition zu einem Filmprojekt.

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