Güstrow : Jugendhaus schließt vorerst nicht

 Nicole Zimmermann und Tobias Spott von der Jugendhaus-Initiative überreichten Stadtpräsident Friedhelm Böhm über 1200 Unterschriften von Bürgern, die den Protest gegen die Schließung des Jugendtreffs ebenfalls bekunden.
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Nicole Zimmermann und Tobias Spott von der Jugendhaus-Initiative überreichten Stadtpräsident Friedhelm Böhm über 1200 Unterschriften von Bürgern, die den Protest gegen die Schließung des Jugendtreffs ebenfalls bekunden.

Stadtvertretung beschließt Weiterbetrieb bis 30. Juni 2014 / 1. Juli 2014: Lösung an einem Ort in der Nordstadt

svz.de von
06. Dezember 2013, 08:00 Uhr

Das Jugendhaus Güstrow in der Rostocker Straße schließt nicht am 31. Dezember. Der Protest der Jugend-Initiative und die öffentliche Diskussion in unserer Zeitung führten gestern Abend zu diesem Beschluss der Stadtvertretung Güstrow. Dazu hatte Burkhard Bauer, Vorsitzender der Linken-Fraktion, einen interfraktionellen Dringlichkeitsantrag zu Beginn der Sitzung eingebracht. Den unterstützten gemeinsam Die Linken, die SPD, die CDU und die FDP. Kurz nach dem Verlesen schlossen sich auch Thomas Duve sowie die Fraktion der Freien Wähler/Einzelbewerber an.

Der Antrag sieht die befristete Weiterführung des Jugendhauses bis zum 30. Juni 2014 vor. Bis zu dieser Zeit wird die Kinder- und Jugendarbeit dort weiterlaufen. Ab 1. Juli 2014 soll es dann in der Nordstadt einen Ersatzstandort für die Kinder und Jugendlichen geben. Grund dafür, dass es ein neues Domizil sein soll – diskutiert wird ein Gebäude der ehemaligen PGH Motor bzw. ein Teil der Förderschule auf dem Distelberg – ist der bauliche Zustand des Jugendhauses. Dieser und die Folgekosten, so Bauer, würden nur einen kurzfristigen Weiterbetrieb zulassen. Betont wurde unisono, dass dafür aber trotzdem ein Dauer-Treff geschaffen werden müsse und die Jugendarbeit auf keinen Fall an mehreren Orten zerstückelt werden dürfe. Bauer: „In den sechs Monaten werden Wege und Möglichkeiten gefunden werden, um die Jugendarbeit an dem Standort Nordstadt weiter zu betreiben und dafür auch ein Konzept zu entwickeln.“ Der Auftrag geht an den Bürgermeister und die Verwaltung.

Bürgermeister Arne Schuldt allerdings sprach gegen den Auftrag an ihn und seine Verwaltung. Nicht, weil er das Ziel des Beschlusses nicht mitträgt, sondern weil er Verantwortungsbereiche verschoben sieht. Für Schuldt ist das, was die Stadtvertretung von ihm fordert, eine Pflichtaufgabe des Landrates und der Kreisverwaltung. Mit einer Enthaltung wurde der Beschluss trotz dieses Einwandes des Bürgermeisters mit großer Mehrheit angenommen.

In diesem Zusammenhang stimmte die Stadtvertretung auch gegen die Kündigung des Miet- und Kooperationsvertrages, die der Träger des Jugendhauses, der Internationale Bund (IB), einseitig vorgenommen hatte. Sascha Zimmermann, Vorsitzender der FDP-Fraktion, erklärte das so: „Der IB bleibt damit in der Pflicht und der Paragraf 7 des Vertrages ermöglicht es, unter zu vermieten.“

Als möglicher und potenzieller Träger steht der Filmklub Güstrow bereit. Das sagte Jens-Hagen Schwadt, Linke-Stadtvertreter und Vorsitzender des Klubs.

Nicole Zimmermann und Tobias Spott, die in der Einwohnerfragestunde dem Stadtpräsidenten Friedhelm Böhm über 1200 Unterschriften gegen die Schließung des Jugendhauses überreicht hatten, sowie weitere Jugendhaus-Besucher freuten sich über die Entscheidung. Sie bekräftigten: „Wir kämpfen weiter gegen die Schließung, für den Standort eines Jugendtreffs in der Nordstadt und dafür, dass es weiter ein Gebäudes gibt, in dem der Zusammenhalt der Kinder und Jugendlichen wie im Jugendhaus praktiziert, weiter möglich ist.“


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