Güstrow : Jugendhaus-Kampf erreicht die Stadt und Stadtvertretung

svz.de von
05. Dezember 2013, 08:00 Uhr

Der Kampf um das Jugendhaus in Güstrow bzw. einen anderen Jugendtreff in der Nordstadt als Alternative geht weiter. Heute um 18 Uhr wird die Jugendhaus-Initiative Bürgermeister Arne Schuldt auf der Sitzung der Stadtvertretung inm Bürgerhaus eine Mappe mit 1200 Unterschriften, die die Kinder und Jugendlichen in den vergangenen Tagen an vielen Orten in Güstrow gesammelt hatten (SVZ berichtete), übergeben. Der Zuspruch bei diesen Aktionen war ungebrochen. Außerdem spendeten Bürger spontan Geld. So wie z.B. auch auf dem SVZ-Stammtisch am Dienstagabend Prahmstraße-Sprecher Dietmar Krüger. 50 Euro steckte er in die Spendenkasse.

Tobias Spott will vor dem politischen Gremium Stadtvertretung heute noch einmal die Bedeutung eines zentralen Anlaufpunktes für die Jugend im Norden der Kreisstadt betonen. Ein Aufsplitten ihrer Freizeitaktivitäten komme für die Mädchen und Jungen nicht in Frage, würde viele auf der Straße stehen lassen, so Spott. Mit der Übergabe der Unterschriften bekundet die Initiative, dass sie weiter kämpfen wird.

Auf der Sitzung stehen zwei Beschlüsse auf der Tagesordnung, die das Jugendhaus betreffen. Auf Vorschlag der Verwaltung soll die Kündigung des Miet- und Kooperationsvertrages für das Jugendhaus zum 31. Dezember durch den Internationalen Bund (IB) als Träger von der Stadtvertretung akzeptiert werden. Begründung: In der Jugendhilfeplanung 2014 bis 2017 ist keine Finanzierung für das Haus mehr vorgesehen.

Weiterhin bringt die CDU-Fraktion den Antrag ein, den Bürgermeister zu beauftragen, Vorschläge zum Erhalt und Fortführung des Jugendhauses in der Rostocker Straße bzw. eines anderen Standortes in der Nordstadt als Anlaufpunkt für Kinder und Jugendliche der Stadt zu erarbeiten und der Stadtvertretung zur nächsten Sitzung vorzulegen.

Dazu äußerten sich alle Fraktionen der Stadtvertretung beim SVZ-Stammtisch. Karen Larisch (Die Linke): „Jahrelang hat die Stadtvertretung mit der Verwaltung gekämpft und gestritten, damit der jährliche Zuschuss von 45 000 Euro bei der Haushaltsplanung berücksichtigt wird. Wir würden gerne die zur Sanierung erforderlichen 300 000 Euro locker machen. Wir haben sie aber nicht.“

Hans-Georg Kleinschmidt (SPD): „Ein Vertrag hat zwei Seiten: Unsere Fraktion der Kündigung nicht zustimmen. Bei der Übernahme des Hauses durch den IB waren die Probleme bekannt. Da wurde in den vergangenen Jahren vieles schöngeredet. Es hat sich aber niemand aus der Verantwortung gestohlen.“

Sascha Zimmermann (FDP): „Ich bin ein Freund davon, unseren Kindern nicht so viele Schulden zu hinterlassen. Allerdings fürchte ich, dass vor den Kommunalwahlen Versprechungen gemacht werden. Das werde ich nicht tun. Es muss aber bis spätestens Mitte 2014 eine Lösung gefunden werden.“

Mathias Puschik (CDU): „Ich hätte gern gewusst, ob im Jugendhilfeausschuss über Alternativen gesprochen wurde.“

Walter Lindemann (Freie Wähler): „Wir müssen darüber diskutieren: den Standort erhalten oder eine Alternative finden. Da sind die Jugendlichen gefordert. Ich lade sie Sonnabend auf den Pferdemarkt zu einer DGB-Veranstaltung ein. Ab 10 Uhr wollen wir da dem Landrat die Frage stellen, wie er sich seine Arbeit vorstellt. Da würde auch ihr Anliegen gut reinpassen.“

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