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Trauer um Güstrower Ginkgo : Johrdusendbom in’n Schlottgorn

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

SVZ-Leser reagieren auf den Verlust des Ginkgo-Baums im Güstrower Schlossgarten, der am 25. Juni bei einem Sturm zerstört wurde.

Dei Ginkgo is dei Johrdusendbom un is siet Tieden ’n Teiken för Kraft un Tauversicht. In sien chinesisch un japanisch Heimat gifft dat Ginkgoböm mit’n Liefmåt twüschen teihn un sössteihn Meter, sei sünd bet 40 Meter inne Hööch wussen un sünd all mihr as dusend Johr olt. Sei sünd Teiken för Leif un Fründschaft, för ’n langet Läben un Fruchtborkeit. Junge Frugens bäden denn Ginkgo an, dat sik Kinnersägen instellt, un wenn dei dor is, dat’s denn ehr Kinner anne Bost satt kriegen.

Dei Ginkgo is mihr as 300 Milljonen von Johren olt, hei hett dei Iestieden un dei Saurier œwerläwt un in disse Tiet dat uns hüt bekannte tweideilte Blatt utbillt. Bi sik tau Hus heit hei Tempelbom, dor hei inne Neech von Tempels besonners giern plant wür orrer Aantenfautbom wägen sien Bläderform. In Dütschland heit dei Ginkgo ok Tempelbom, hett œwer noch väle anner Nåmens as dat sünd: Goethebom, Japanscher Nœtbom, Güllenfruchtbom, Fächerblattbom, Dusend-Daler-Bom...

In Japan heit disse Bom „ginkyo“ un Engelbert Kämpfert (1651-1716) hett em 1691 taun iersten Mål in Nagasaki seihn un gliek Såmen mitnåhmen. In Botanischen Gorn vonne Universität Utrecht is ut dissen Såmen ’n Bom worden un dei is hüt noch tau bewunnern. Ut dat „Y“ hett Kämpfert ’n „G“ måkt un Korl von Linné (1707-1778) hett denn Nåmen mit denn Tausatz „biloba“ - tweilippig - so in sien „Systema Naturae“ œwernåhmen. Wiederhen mœt ’n weiten, dat dat bet hüt nich klor is, ob disse Bom ’n Nadel- orrer ’n Lofbom is, dat dat in disse sonnerbore Bomfomelie Ginkgokierls un Ginkgofrugens gifft un dat sik dei ein ahn denn annern nich vermihren, also kein Noet drieben kann.

Inne chinesisch Heilkunst hemm’ dei oet, Bläder un Rinn von Ginkgo all ümmer Verwennung funnen. Siet bummelig föftig Johren is man ok bi uns up dei Heilkraft von dissen Bom kåmen, tauierst dei Schönheitsapostel un denn dei Apteikers. Dei einen willen dormit dei Kreihenfäut in’t Gesicht angåhn un dei annern Druppen un Pillen måken, dormit dat Blaut bäder in’n Kopp fleiten deit un dei Minschen in’t Öller nich vergätlich un tüdelig warden. Männig Goldschmitt hett sik anne Bläder ’n Oogenspeigel för Anstecknådeln un anner Schmucksåken nahmen un Plantendokters trecken em as Bonsai för dei Finsterbänk up.

Wecker nu noch dissen Bom bewunnern will, dei kann sik denn lütten Brauder anne Eck Lütte/Niege Wallstraat ankieken. Behrend Böckmann

Ihre Erinnerungen an den Ginkgo

Liebe Leser, haben Sie ganz persönliche Erlebnisse am oder unter dem Ginkgo im Güstrower Schlossgarten gehabt? Welche Erinnerungen verbinden sich für Sie mit diesem besonderen Baum? Haben Sie vielleicht Fotos in Ihrem Familienalbum, auf denen der Prachtbaum zu sehen ist? Lassen Sie uns und andere Leser an Ihrer persönliche Geschichte rund um den Ginkgo teilhaben, wir wollen sie gerne in der Zeitung abdrucken.

Schreiben Sie uns, am besten per Mail, an guestrow@ svz.de, gerne aber auch postalisch in die Domstraße 9 nach 18273 Güstrow.


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