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Johnson-Literaturtage : Johnson-Lesebuch für Schüler

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Buch soll Einstieg in die Werke Johnsons erleichtern / Literarische Matinee beendete Literaturtage in Güstrow

svz.de von
erstellt am 20.Okt.2014 | 04:00 Uhr

Mit einer literarischen Matinee endeten am Sonnabend die Johnson-Literaturtage in der Güstrower Bibliothek. Neben Bausteinen zur Biografie des Schriftsteller, der in Güstrow zur Schule gegangen war, gehörte eine Collage von Urteilen und Beschreibungen über Johnson ebenso dazu wie schließlich die Vorstellung des Uwe-Johnson-Lesebuchs. Wobei der letzte Punkt vielleicht tatsächlich zu einem der wichtigsten avancierte. Schließlich sollen die Schüler von heute Johnsons Werke weitertragen und sein Vermächtnis schätzen lernen.

Genau das bezwecken die Mitarbeiter der Uwe-Johnson-Gesellschaft Rostock mit dem noch in Arbeit befindlichen Lesebuch über Uwe Johnson. „Das flache Land – Weltliteratur aus Mecklenburg-Vorpommern“ soll die Reihe von Lesebüchern von und über regionalen Schriftsteller heißen. In diese künftige Schullektüre erhielten die Besucher am Sonnabend bereits einen kleinen Einblick.


Lesebuch thematisch strukturiert


„Die Idee ist während der Gespräche mit der Universität Rostock über die Herausgabe einer wissenschaftlichen Akademie-Ausgabe zu den Werken Johnsons entstanden“, erzählte Bildungsminister Mathias Brodkorb, der aus dem künftigen Lesebuch einige Passagen vortrug. Inzwischen fanden Schulprojekte und Workshops zur Erarbeitung des Inhaltes statt, an denen Mitarbeiter aus der Lehrerausbildung ebenso beteiligt waren wie Literaturdidaktiker, Literaturwissenschaftler sowie Lehrer und Referendare. „Wir haben uns darauf geeinigt, das Lesebuch thematisch zu strukturieren im Gegensatz zu einer chronologischen Anordnung der Texte“, sagte Heide Meincke, Mitarbeiterin der Uwe-Johnson-Gesellschaft. Zu dem Lesebuch wird es gleichzeitig didaktisches Arbeitsmaterial geben. Im Dezember soll das Manuskript vorliegen und im kommenden Jahr das Buch erscheinen.

Ebenso interessant waren am Sonnabend die Vorträge von Studenten der Hochschule für Musik und Theater. Sie hatten zuvor Passagen aus Briefen und Tagebüchern einiger Zeitgenossen Johnsons zum Besten gegeben. Unter anderem lasen sie von einer Begegnung Dieter Wellershoffs mit Uwe Johnson im Zug und aus einem Brief von Siegfried Unseld an Wolfgang Köppen.

Die Besucher zeigten sich begeistert. „Ich war am Donnerstag schon im Theater und heute hier in der Bibliothek und finde es gut“, sagte Karl Temme, der seit 1992 in Klein Upahl zu Hause ist. Diese Beiträge würden sein Bild von Johnson ergänzen und gegebenenfalls ändern. Den „Jahrestagen“ von Johnson verdanke er, dass er Mecklenburg so gut kenne. „Er hat es so detailgetreu aufgeschrieben“, staunt Karl Temme.


Enttäuschung über eher geringes Interesse


Für Bibliotheksmitarbeiter Dr. Tilmann Wesolowski gingen am Sonnabend inhaltlich sehr interessante Tage zu Ende. Nina Hoger las Kurzgeschichten von Schriftstellern, auch von Uwe Johnson, und wurde vom Ensemble „Noisten“ begleitet. „Die Veranstaltung mit Nina Hoger war schon ein Highlight“, sagte er. Dies sollte im Jahr, in dem Johnson 80 Jahre alt geworden wäre, etwas Besonderes sein. Allerdings war er etwas enttäuscht über die geringe Beteiligung. Da hätte er sich etwas mehr gewünscht. Ob es an den beginnenden Ferien lag oder am Angebot von weiteren Veranstaltungen, wollte er nicht entscheiden. Am Sonnabend wären vielleicht auch noch manche Rostocker wie in den Jahren zuvor gern nach Güstrow gekommen, aber bekanntlich streikten die Lokführer.



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