Zum 200. Geburtstag des Schriftstellers : John Brinckman jetzt Ehrenbürger

1 von 2

Mit einem Sommerfest feierte das Gymnasium Brinckmans 200. Geburtstag / Ehrenbürgerschaft postum verliehen

svz.de von
11. Juli 2014, 06:00 Uhr

Mit einem Sommerfest feierten gestern Schüler und Lehrer des John-Brinckman-Gymnasiums Güstrow den 200. Geburtstag ihres Namenspatrons. Höhepunkt dabei war eine Festveranstaltung, während der Bürgermeister Arne Schuldt den Dichter postum die Ehrenbürgerschaft der Barlachstadt Güstrow verlieh. Die Urkunde dazu überreichte er an Wolfgang Siegmund, den Vorsitzenden der in Güstrow ansässigen John-Brinckman-Gesellschaft.

Zuvor hatte Schulleiter Helmut Hikisch in seiner Begrüßung den Lehrer John Brinckman vorgestellt, der an der damaligen Realschule unterrichtet hatte. Hikisch griff die Anregung von Kultusminister Matthias Brodkorb auf, ein Brinckman-Museum im Land zu schaffen. Für das Gymnasium empfahl er, über ein Brinckman-Zimmers nachzudenken.

Arne Schuldt schilderte den Weg, den der Antrag der Brinckmangesellschaft, dem Wahl-Güstrower und bedeutenden niederdeutschen Schriftsteller die Ehrenbürgerschaft zu verleihen, genommen hatte. Im August 2013 gestellt, befasste sich der Hauptausschuss erstmals im Oktober in „geheimer Sitzung“, so der Bürgermeister, mit dem Papier. Am 27. März fasste die Stadtvertretung nahezu einstimmig den Beschluss zu dieser Ehrung. Nun steht der Name des niederdeutschen Dichters neben Otto Dahse, Helmut Schmidt, Slata Kowalewskaja, Ernst Barlach und anderen Ehrenbürgern. Als Geschenk zum 200. Geburtstag bringen Stadt und Landkreis die Sanierung der alten Domschule ein, womit eine räumliche Erweiterung des Gymnasiums möglich wird. Der Termin zur Fertigstellung zum Schuljahresanfang könne aber nicht ganz gehalten werden, räumte der Bürgermeister ein. „Wir hoffen, dass wir bis zu den Herbstferien fertig werden“, sagte er.

Als Festredner zeichnete Behrend Böckmann aus Kirch Rosin ein opulentes Bild von Brinckman und seiner Zeit. Er würdigte ihn als politischen und patriotischen Menschen, als Mitglied im Güstrower Bürgerausschuss und vor allem als niederdeutschen Dichter. „John Brinckman hat mit seinen Werken die plattdeutsche Sprache literaturfähig gemacht. Er steht in einer Reihe mit Dichtern wie Klaus Groth und Fritz Reuter“, sagte Böckmann.

Schüler stellten zudem ihren selbstgedrehten Film zur Biografie des Dichters vor. Überhaupt hat das Brinckman-Jahr am Gymnasium zu einem gestiegenen Interesse an seinem Namensgeber geführt. So aktivierte Lehrerin Cornelia Arscholl den Wahlpflichtkursus Niederdeutsch. Auch der John-Brinckman-Preis, der seit 1929 für außerordentliche Leistungen vergeben wurde, erlebt seine Wiederaufnahme.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen