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Güstrower Anzeiger

23. Oktober 2017 | 02:38 Uhr

Flüchtlinge : Jobcenter auf alles vorbereitet

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Ansturm von Flüchtlingen bisher verhalten / Keine Beeinträchtigung des Tagesgeschäftes / Notfallplan in der Schublade

von
erstellt am 16.Okt.2015 | 06:00 Uhr

Mit Stand vom Dienstag waren dem Landkreis Rostock seit Jahresbeginn 1797 Flüchtlinge und Asylbewerber zugewiesen worden. Knapp 400 Menschen in erster Linie aus Syrien, Eritrea und Afghanistan sind inzwischen als Flüchtlinge anerkannt und haben damit eine Aufenthaltsgenehmigung. Damit wechseln sie aus der Obhut des Kreissozialamtes in die Verantwortung des Jobcenters. Hier ist man auf alles vorbereitet. Der Zustrom hält sich allerdings bisher in Grenzen.

296 ausländische Mitbürger sind derzeit im Güstrower Jobcenter registriert. „Das sind 48 Syrer und 26 Eritreer, aber auch EU-Bürger aus Polen, aus den Niederlanden und Rumänien“, informiert Matthias Bonack, stellvertretender Geschäftsführer des Jobcenters. Im vergangenen Vierteljahr hätten 49 Flüchtlinge und Menschen mit Asylanerkennung ins Jobcenter hinüber wechseln können, getan haben es 17, also rund 40 Prozent. „Wer einen Aufenthaltstitel hat, kann sich in Deutschland frei bewegen und entscheidet selbst, wohin er geht“, erklärt Bonack und weiß, dass viele Flüchtlinge gut vernetzt sind und dorthin gehen, wo sich bereits Verwandte und Bekannte aufhalten. An den Sprechtagen am Dienstag und Donnerstag würden durchschnittlich zwei bis drei Flüchtlinge kommen, um Leistungen nach dem SGB II (Hartz VI) zu beantragen. Wenn sich größere Gruppen aus zentralen Unterkünften anmelden, vereinbare man Termine außerhalb der Sprechzeiten, berichtet Gritt Stolte, Bereichsleiterin Leistungen und Flüchtlingskoordinatorin im Jobcenter. Kein Güstrower müsse deshalb länger auf eine Leistungsbewilligung warten, betont sie. Nach Vorliegen aller notwendigen Unterlagen halte man die auch bisher durchschnittlich übliche Bearbeitungszeit von fünf Tagen ein. „Das Tagesgeschäft läuft ungestört“, betont Bonack.

Bei aller Unaufgeregtheit hat sich das Jobcenter aber auch auf einen Notfall, ein Großereignis eingestellt. Mit der Einrichtung einer Noterstaufnahmeeinrichtung in Mühlengeez wurde im Haus ein Sonderteam mit Grit Stolte an der Spitze gebildet und ein Notfallplan für einen möglichen Ansturm von Flüchtlingen erarbeitet. Außerdem arbeite in der Eingangszone des Güstrower Jobcenters seit der vergangenen Woche ein Syrer. „Es ist eine große Erleichterung jemanden an der Seite zu haben, der arabisch und dazu sehr gut deutsch spricht“, betont Stolte. Bei seinen Deutschkenntnissen kümmere er sich ebenso um jeden deutschen Kunden im Jobcenter.

Analog zum üblichen Prozedere gehe es auch bei den Flüchtlingen zunächst darum, den Bezug finanzieller Leistungen zu regeln und danach um den Zugang zum Arbeitsmarkt. Bonack spricht vom „normalen Bildungsgeschäft“. Vorgeschaltet sind Sprachkurse und Integrationskurse, die das Jobcenter den Flüchtlingen in Güstrow und Rostock vermittelt. Derzeit laufe ein Deutschkursus mit 13 Teilnehmern. Ein weiterer könnte noch im Oktober starten, sei aber noch nicht voll besetzt, berichtet der stellvertretende Geschäftsführer des Jobcenters. 

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