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Güstrow : Joachim John-Schau im Grafikkabinett eröffnet

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Unter dem Motto „Da ich doch Zeichner bin“ zeigt die Ernst-Barlach-Stiftung Werke des zeitgenössischen Künstlers Joachim John

Ein wichtiger zeitgenössischer Künstler, Maler, Grafiker und Autor, wird derzeit in der Ausstellung im Ausstellungsforum/Grafikkabinett der Ernst-Barlach-Stiftung vorgestellt. Unter dem Motto „Da ich doch Zeichner bin“ sind Werke von Joachim John (82) zu sehen. Am Sonnabend wurde sie im Beisein des Künstlers feierlich eröffnet. Die Schau ist in Zusammenarbeit mit der Stiftung Mecklenburg entstanden. „Wir freuen uns, dass zwei Stiftungen im Bereich der bildenden Kunst zusammen gewirkt und das Projekt gemeinsam realisiert haben“, so der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Barlach-Stiftung Ulf Tielking.

Am 20. Januar 1933 wurde Joachim John im nordböhmischen Tetschen geboren. Nach dem zweiten Weltkrieg lebte er zunächst in Dresden, dann am Niederrhein, kehrt aber schließlich zur Großmutter nach Zerbst zurück und legte dort sein Abitur ab. Sein Studium der Kunsterziehung absolviert er an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald und wird später Meisterschüler von Hans Theo Richter an der Akademie der Künste in Berlin. 1977 zog er nach Frauenmark bei Schwerin. Zahlreiche Auszeichnungen hat Joachim John erhalten. Unter anderem 1996 den amerikanischen Helen Abbot-Förderpreis für Bildende Kunst und 1998 den Kulturpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Kurator Dr. Volker Probst malte mit Worten ein Bild auf die Arbeitsweise des Künstlers. „Sein Blick auf die Welt, ob mit Zeichenfeder oder Schreibstift hat immer den Menschen und die Möglichkeiten seiner Existenz im Blick“, sagte er. Dabei bewege sich Joachim John zwischen allen möglichen Widersprüchen, die das Leben in seiner Vielfalt bereit halte. Der Grundtenor jedoch, der sich durch die ganze Ausstellung zieht, ist ein Zitat des Künstlers selbst: „Auf Kunst ziele ich nicht, sondern auf Wirklichkeit.“

Ob christliche Motive, die aktuelle politische Situation oder Märchen – Joachim John sparte in seinem Zeichnerleben wohl kaum ein Thema aus. Dass solch ein großer Ausschnitt seines Wirkens nun in Güstrow gezeigt werden kann, ist vielen Einrichtungen zu verdanken. Die Stiftung Mecklenburg stellte einen wesentlichen Teil der Werke zur Verfügung. Weitere Leihgaben kommen aus verschiedenen Kunstsammlungen und aus Privatbesitz.
Henry Tesch sprach als Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Mecklenburg vom außergewöhnlichen Stellenwert der Ausstellung. Neben dem Künstler selbst sei auch der Ausstellungsort ein besonderer. „Wir zeigen die Ausstellung an dem Ort, an dem ein großer Künstler gewirkt hat: Ernst Barlach“, sagte er. Sein Schaffen träfe so manchen Menschen mitten ins Herz.

Die Werke von Joachim John könnten ähnlich wirken. „Doch man muss sich sein Werk sehend erarbeiten“, ist Dr. Ulrich Müller sicher. Er war aus Stralsund angereist, um die Eröffnung der Ausstellung nicht zu verpassen und ist schon viele Jahre mit dem Künstler befreundet. „Joachim John ist ein streitbarer, ehrlicher und kritischer Künstler“, schätzt er ein. Die Schau des Zeichnerpoeten Joachim John wird bis Januar kommenden Jahres zu sehen sein.

Begleitprogramm: Mittwoch, 14. Oktober, 14.30 Uhr, Kuratorenführung mit Dr. Volker Probst; Donnerstag, 3. Dezember, 18 Uhr, Joachim John liest aus seinen eigenen Werken


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