Serie Ehrensache : Jetzt widmet er sich dem Schreiben

Hält sich gern an der frischen Luft auf: Ehrenamtler Horst Mauck
Hält sich gern an der frischen Luft auf: Ehrenamtler Horst Mauck

Serie „Ehrensache“ / Seit Jahren ist Horst Mauck in Kreis-, Stadt- und Gemeindevertretungen ehrenamtlich aktiv

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05. Juli 2014, 06:00 Uhr

Seit Jahren ist er politisch aktiv und bringt sich ein. Der 71-jährige Horst Mauck war zuerst über Jahre Stadtvertreter in Güstrow sowie Kreistagsmitglied und arbeitet – seit er außerhalb der Stadtgrenzen wohnt – in der Gemeindevertretung in Lüssow mit. Sein Fazit: Man muss immer mit Kompromissen leben.

Seine politisch aktive Zeit seit der Wende möchte Horst Mauck nicht missen. „Ich habe in dieser Zeit ungeheuer viel gelernt – vor allem über Menschen und die Räderwerke der Politik“, sagt er. War er zuerst als Mitglied für die SPD aktiv, ist er inzwischen parteiloser Gemeindevertreter und trat für die Fraktion Die Linke an. Gern bringt er seine Erfahrungen und Ideen mit ein, war über eine Legislaturperiode stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Lüssow.

Obwohl er bereits seit einigen Jahren im Ruhestand ist, hat Horst Mauck immer noch einen strukturierten und langen Tag. „Ich stehe morgens mit den Hühnern auf“, sagt er. Hühner und Hunde sind zu versorgen, sein Grundstück zu pflegen und oft ist er auch im Wald unterwegs. Mit dem Fahrrad radelt er gern, mindestens einmal in der Woche, nach Lübsee. Dort ging der gebürtige Bremer zur Schule. „Die Eltern meines Vaters haben dort gewohnt. Nach einem Bombenangriff sind wir mit unserer Mutter dorthin umgezogen“, erzählt Horst Mauck.


Politisch aktiv seit DDR-Zeiten


Bis zu 100 Kinder seien dort in die Schule gegangen, die älteren vormittags, die jüngeren nachmittags. Die Zentralschule ab Klasse fünf sei dann in Lalendorf gewesen. Als Schüler sei er nicht einfach gewesen, erinnert sich Horst Mauck noch heute. Doch eine Leidenschaft sei schon damals zutage getreten. „Ich habe alles gelesen, was mir unter die Finger kam“, sagt er. Von plattdeutschen Büchern – beispielsweise von Fritz Reuter – bis zur Jugendliteratur sei alles dabei gewesen. Dieses Hobby hat sich bis heute gehalten. So nutzt Horst Mauck gern die Mittagspause, um sich ein lauschiges Plätzchen zu suchen und in Ruhe zu lesen.

Als gelernter Maurer arbeitete Horst Mauck einige Jahre, war dann zehn Jahre beim Straßenbau tätig. In den letzten Jahren seines Berufslebens war Horst Mauck Gewerkschaftsfunktionär. Als politischer Sekretär führte er Arbeitsgerichtsprozesse, hatte sich in Tarif- und Arbeitsrecht eingearbeitet.

Immer an seiner Seite ist Ehefrau Gudrun, die er vor mehr als 40 Jahren heiratete. Drei Kinder, drei Enkel und zwei Urenkel gehören inzwischen zur Familie.

Zur Wendezeit begann sein politisches Engagement. Er war auf den Straßen zu den Demos mit unterwegs, engagierte sich in der SPD. So kam er auch in die erste Stadtvertretung Güstrows. Zu DDR-Zeiten habe er gemeckert und damit nicht aufgehört. Inzwischen sei er ruhiger geworden, habe gelernt auch andere Meinungen zu akzeptieren und zurückzustecken. Da kommt er wieder auf das Thema „Kompromisse“.

Jetzt widmet sich Horst Mauck einer bisher verborgenen Leidenschaft: Er schreibt eine Erzählung. Dazu gebracht habe ihn die Erinnerung an Lübsee und ein Ausspruch seiner Lehrerin: „Aus Horst wird nochmal ein Heimatdichter“. Ein Dichter vielleicht nicht, aber immerhin ein Autor, der die Jahre 1945 bis 1955 aus der Sicht eines Kindes wiedergibt. Dazu hat der 71-Jährige viele Geschichten im Kopf, die seine Großmutter ihm erzählt hat. Bei Kapitel vier ist Horst Mauck schon angekommen.


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