Raubüberfall Güstrow : Jetzt kommt die Schleuse am Eingang

Der Schock nach dem Überfall sitzt noch tief: Juwelier Thomas Grabbe gestern in seinem geschlossenen Geschäft.
Der Schock nach dem Überfall sitzt noch tief: Juwelier Thomas Grabbe gestern in seinem geschlossenen Geschäft.

Güstrower Juwelier Thomas Grabbe zieht Konsequenzen nach schweren Raubüberfall

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07. Juni 2018, 20:45 Uhr

Nach dem schweren Raubüberfall am Mittwochvormittag (SVZ berichtete) rüstet der Güstrower Juwelier Thomas Grabbe sein Geschäft am Pferdemarkt sicherheitstechnisch auf. „Jetzt kommt die Schleuse“, sagte er gestern gegenüber unserer Zeitung. „Die Bestellung ist bereits ausgelöst.“ Zukünftig müssen Kunden zunächst klingeln, betreten dann eine Schleuse und erst dann wird eine weitere Eingangstür geöffnet.

Diese Konsequenz zieht Grabbe nicht nur aus dem aktuellen Überfall. Bereits vor drei Jahren wurde das Juweliergeschäft heimgesucht. Es gibt merkwürdige Parallelen: gleicher Wochentag, gleiche Uhrzeit und auch damals waren es zwei maskierte und bewaffnete Täter. „Danach hatte ich bereits die Sicherheitstechnik, vor allem die Kameras, aufgerüstet. Aber jetzt komme ich an einer Schleuse nicht mehr vorbei. Es geht besonders auch um die Sicherheit meiner Mitarbeiter“, unterstreicht der Güstrower Juwelier.

Am Mittwoch gegen 10.30 Uhr hatten zwei maskierte Täter das Juweliergeschäft gestürmt, drei Vitrinen kaputt geschlagen und Teile der Schaufensterauslage abgeräumt. „Einer hatte eine goldene Pistole“, schildert Grabbe, der sich beim Überfall im Geschäft befand. Hochpreisigen Schmuck sowie Uhren von Herstellern aus der Schweiz im Wert von mehreren 100 000 Euro raubten die Täter. „Wir müssen jetzt erstmal Inventur machen“, so Grabbe gestern.

Der Juwelier und die Polizei gehen davon aus, dass die Chancen, die Täter dieses Mal zu ergreifen, recht gut stehen. Laut Polizei gebe es gute Kameraaufzeichnungen aus dem Juweliergeschäft selbst. Zudem seien die Täter bei ihrer Flucht mit dem Fahrrad verfolgt und gefilmt worden. In Klueß wurde schließlich auch das Fluchtfahrzeug entdeckt. „Wie die Täter dann weiter geflüchtet sind, entzieht sich bisher unserer Kenntnis“, sagt Sophie Pawelke vom Polizeipräsidium Rostock. „Aktuell werden Spuren ausgewertet. Die Fahndung läuft.“ Weitere Zeugen sollten sich unbedingt bei der Polizei melden. Einer der Täter sei korpulent, der andere schlank gewesen, so Pawelke. Sie hätten mit osteuropäischen Akzent gesprochen.

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