SVZ-Interview : „Jedes Schulsystem hat eigene Seele“

Seit einem halben Jahr Schulleiter an Güstrows größter Schule: Jan Rädke
Seit einem halben Jahr Schulleiter an Güstrows größter Schule: Jan Rädke

Im SVZ-Interview zieht Jan Rädke, neuer Schulleiter des Brinckmangymnasiums Güstrow, Zwischenbilanz

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27. Januar 2016, 06:00 Uhr

Seit einem halben Jahr ist Jan Rädke Schulleiter am Güstrower John-Brinckman-Gymnasium, der größten Schule in der Barlachstadt. Der 44-Jährige ist verheiratet und hat drei Kinder. Zuvor arbeitete er an der Europaschule in Rostock-Rövershagen, wohnte aber in Güstrow. Im Interview mit SVZ-Mitarbeiterin Sieglinde Seidel zieht der neue Schulleiter eine erste Zwischenbilanz.

Sie sind jetzt für mehr als 700 Schüler verantwortlich. Wie haben Sie die ersten Wochen erlebt?
Rädke: Es war ein sehr aufschlussreiches erstes halbes Jahr für mich. Jedes Schulsystem hat seine eigene Seele. Dieses hier kennen zu lernen war sehr spannend und interessant.

Das braucht wahrscheinlich etwas mehr Zeit als ein halbes Jahr?
Ich habe mir ein Jahr gegeben, um die Gegebenheiten hier kennen zu lernen und mich einzuarbeiten. Das hält also noch an.

Gab es Hürden, die Sie überwinden mussten?
Eigentlich nicht. Die größte Hürde ist weggefallen: die Fahrerei. Es ist für mich sehr schön, dicht vor Ort und schneller einsetzbar zu sein. In diesem Gymnasium zu arbeiten ist eine große Herausforderung für mich, aber ich sehe es auch als Chance.

Sie sind ausgebildeter Deutsch- und Musiklehrer. Wie sehen Sie Ihre Schüler? Welche Begabungen würden Sie hervorheben?
Das John-Brinckman-Gymnasium hat natürlich eine wunderbare Tradition in punkto Musik. Zum Beispiel werden hier viele Ensembles musikalisch begleitet, was für mich als Musiklehrer sehr schön ist. Die Schüler sind sehr aufgeschlossen. Meine ersten Kontakte zu Schülern verliefen sehr harmonisch und positiv.

Bildet das Gymnasium in Güstrow da eine Ausnahme gegenüber anderen Schulen?
Die Schüler kommen aus vielen Orten rund um Güstrow und aus der Barlachstadt selbst hier zusammen. Und obwohl es viele Schüler sind, herrscht doch ein gutes Klima und vielleicht auch durch die verschiedenen Häuser bedingt ein fast familiäres.

Nun haben Sie ein Halbjahr absolviert, die Zensurenkonferenzen sind gelaufen. Was steht im kommenden halben Jahr an?
Die große Herausforderung wird sicherlich die Durchführung des Abiturs sein. Als Schulleiter bin ich für den gesamten Ablauf verantwortlich. Insgesamt werden über 100 Schüler das Abitur bei uns ablegen, dafür geht es nach den Winterferien stringent in die letzte Phase hinein.

Gibt es weitere Höhepunkte auf die Sie hinarbeiten?
Konzerte werden wieder stattfinden, auf die ich mich sehr freue, sowie viele Sportwettbewerbe, bei denen uns hoffentlich viele Schüler vertreten. Auch gibt es einen AOK-Wettbewerb, bei dem wir in der Endrunde sind – das alles werden Höhepunkte sein.

Die Technik schreitet rasant voran. Bedeutet das auch eine Veränderung der Schule in naher Zukunft?
Als Schulleiter hat man natürlich Ideen und Visionen, wo man Schule in einigen Jahren sehen möchte. Das ist ein Prozess, den man nicht allein, sondern in enger Abstimmung mit seinem Kollegium fortführt. Ich freue mich darauf, mit meinen Kollegen gemeinsam Perspektiven und Visionen zu entwickeln.

Die Personalfrage ist vielleicht nur eine. Aber wie wichtig sind dann gut qualifizierte Lehrer?
Das ist genau ein wichtiger Punkt. In den kommenden Jahren werden generell in Deutschland personelle Wechsel in den Kollegien stattfinden und dann gilt es, die besten Köpfe auch für Mecklenburg-Vorpommern zu gewinnen und auszubilden. Das wird eine spannende Frage in den nächsten Jahren.

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