Bützow : Jedes Kind bringt zehn Prozent

Wenn junge Familien mit Kindern künftig in Bützow bauen, sollen sie einen Zuschuss beim Kauf eines städtischen Grundstücks bekommen. Wie viel – das wird jetzt in der Stadtvertretung diskutiert.
Wenn junge Familien mit Kindern künftig in Bützow bauen, sollen sie einen Zuschuss beim Kauf eines städtischen Grundstücks bekommen. Wie viel – das wird jetzt in der Stadtvertretung diskutiert.

Junge Familien, die ein Haus in Bützow bauen oder kaufen, sollen einen Zuschuss bekommen / Entwurf der Förderrichtlinie wird diskutiert

von
27. Januar 2016, 12:00 Uhr

Wie auch in der Barlachstadt Güstrow diskutiert auch die Stadt Bützow neue Anreize, um junge bauwillige Familien in die Warnowstadt zu locken beziehungsweise das Bleiben zu unterstützen. Dafür haben die Bützower Stadtvertreter für die kommenden zwei Jahre zunächst jeweils 8000 Euro in den Haushalt eingestellt. Nun liegt ein erster Entwurf einer Zuwendungsrichtlinie auf dem Tisch. Mit ihrem Vorstoß wollen die Stadtvertreter versuchen, „die Ansiedlung junger Familien“ dauerhaft zu gewährleisten, heißt es.

Dabei geht es sowohl um städtische Grundstücke, auf denen Eigenheime errichtet werden sollen, aber auch um bebaute Grundstücke. Die angedachte Förderung greift also auch, wenn junge Familien Wohneigentum erwerben. Die Interessenten müssen dabei in Bützow leben, beziehungsweise zusichern, dass sie innerhalb von zwei Jahren nach Vertragsabschluss ihren Hauptwohnsitz nach Bützow verlegen und mindestens weitere zehn Jahre diesen hier behalten wollen. In den Genuss der Förderungen sollen junge Familien mit Kindern kommen, wobei mindestens ein Kind unter zehn Jahre alt sein muss. Für jedes Kind beträgt die Förderung „zehn Prozent des Grundstückskaufpreises bzw. des aktuellen Grundstückswertes“, maximal jedoch 30 Prozent. Auch die maximale Flächengröße soll auf 700 Quadratmeter festgeschrieben werden.

Frank Schröder (CDU) findet das Papier auf den ersten Blick „soweit in Ordnung“, erklärte er am Montagabend im Hauptausschuss der Stadtvertretung. Er möchte aber die Förderhöhe auf maximal 25 Prozent begrenzen. Er könne sich eine Staffelung von zehn Prozent für das erste Kind und jeweils 7,5 Prozent für jedes weitere Kind vorstellen.

Wolfgang Wehrmann (EB) würde dieses Prinzip aber umkehren. Beim ersten Kind solle ein niedriger Prozentsatz gelten und für jedes weitere Kind solle dieser Wert dann steigen. Wehrmann ist aber noch etwas anderes wichtig: Man befinde sich in der Haushaltskonsolidierung. Die Kommunalaufsicht des Kreises werde genau hinschauen. „Das sollte alles rechtlich sauber abgeklärt werden.“

Alfred Matzmohr (CDU) sieht es ähnlich: „Wir wollen etwas für Menschen mit Kindern tun. Das ist auch gut so. Wir müssen es uns aber auch leisten können.“ Und es müsse natürlich auch alles „gerichtsfest“ sein.

Bezogen auf das Wohngebiet Wismarsche Straße geht es beispielsweise um einen Quadratmeterpreis von 44 Euro. Bei einem Kind würde sich dann eine Förderung von bis zu 3080 Euro ergeben. Deshalb regte Hauptamtsleiter Frank Endjer an, zusätzlich eine maximale Förderhöchstsumme festzuschreiben, die Förderung also zu „deckeln“.

Joachim Fiedler (SPD) warf ein, die Unterstützung nicht auf fünf Jahre zu beschränken, sondern eine Option einzubauen, den Zuschuss nach den fünf Jahren zu verlängern. „Wenn wir so etwas machen, dann sollten wir es nicht auf ein so kleines Zeitfenster beschränken, sondern es muss perspektivisch sein“, erklärte Fiedler.

Der Auftakt für das Förderprogramm ist erst einmal gemacht. Nun muss der Entwurf in den kommenden Wochen in den Fraktionen und Ausschüssen diskutiert werden. Das Papier sieht zum Beispiel auch vor, dass Familien, die Bützow vor Ablauf der festgesetzten zehn Jahre verlassen, einen Teil der Fördersumme zurückzahlen müssen.

Bereits im Herbst waren die ersten Ideen von dem Rabatt für junge Familien diskutiert worden. Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos) sieht darin ein „kleines Signal“ für Häuslebauer. Es gebe viele Standortfaktoren, wegen derer sich eine Familie entscheidet, in einer bestimmten Stadt ein Haus zu bauen. Die Infrastruktur sei dabei besonders entscheidend. Der Rabatt für den Grundstückskauf sei „ein kleines Segment“, so der Verwaltungschef. Warum Gemeinden um Einwohner ringen hat auch wirtschaftliche Aspekte. Nach der Zahl der Einwohner erhalten Kommunen die Schlüsselzuweisungen vom Land. Darüber hinaus sind Grundstückseigentümer Steuerzahler.

Bürgermeister Grüschow möchte nun bis zur Stadtvertretersitzung im Mai einen konkreten Beschlussvorschlag der Förderrichtlinie auf den Tisch bringen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen