Qualitz : „Jeder Tag ist ein Traum“

Gudrun Schützler in ihrem Garten. Foto: Archiv
Gudrun Schützler in ihrem Garten. Foto: Archiv

20 Fragen an: Gudrun Schützler aus Qualitz / Ist gern Gastgeberin für Menschen, die die Ruhe suchen und genießen

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05. Dezember 2014, 20:08 Uhr

Zehn Wochen lang hat uns Gudrun Schützler in der SVZ mitgenommen, um die schönen Landwege im Naturpark Sternberger Seenland zu entdecken. Seit 1999 wohnt sie mit ihrem Mann im ehemaligen Pfarrhaus Qualitz. Nach dem Studium an der Martin-Luther-Universität in Halle arbeitete sie bis zur Wende am Institut für Pflanzenzüchtung Gülzow. In dieser Zeit nahm sie in ihrer Freizeit an Exkursionen der Botanikgruppe in Güstrow teil.

Seit 1990 ist Gudrun Schützler in verschiedenen geförderten Projekten über Themen zum Naturschutz, Tourismus und Kultur tätig. Als Ehrenamtliche organisierte sie im Gülzower Kulturverein Veranstaltungen und Aktionen. „In den vergangenen Jahren konnte ich im Auftrag des Lung umfangreiche Kartierungen von Landwegen in der Naturparkregion Sternberger Seenland, in den Naturparks Nossentiner/Schwinzer Heide und Insel Usedom durchführen“, erzählt die vierfache Mutter. „In der Freizeit gestalte ich den ehemaligen Pfarrgarten und betreue Feriengäste, die im Pfarrhaus Ruhe und Erholung suchen.“

Heute beantwortet uns die 63-Jährige die 20 SVZ-Fragen.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Kein bestimmter. Ich halte mich gern an Orten auf, an denen sich Menschen treffen, die gemeinsame Ideen haben oder etwas bewegen wollen. Wenn ich Ruhe suche, gibt es in der abwechslungsreichen Landschaft von Qualitz viele Plätze und Orte.
Was würden Sie als Bürgermeisterin in Ihrem Wohnort sofort ändern?
Verkrampfte Strukturen auflösen und dafür den Gemeinsinn stärken.
Wo kann man Sie am ehesten treffen?
Ich bin entweder im Haus beschäftigt, um Feriengäste zu betreuen, oder ich halte mich im großen Garten auf, der sehr viel Pflege braucht. Oder ich bin unterwegs, um Landwege zu kartieren.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
In einem Betriebsferienlager in Johanngeorgenstadt als Gruppenhelfer.
Wofür haben Sie es ausgegeben?
Für eine Strickjacke, die ich bis heute noch gelegentlich trage.
Was würden Sie gerne können?
Schlittschuhlaufen und gut singen.
Was stört Sie an anderen?
Überheblichkeit, Arroganz und Gleichgültigkeit.
Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?
Als mein Mann und ich die gleichen Gedanken zur gleichen Zeit hatten.
Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?
Eine starke Erkältung ignoriert.
Wer ist Ihr persönlicher Held?
Einen persönlichen Helden habe ich nicht. Aber ich habe große Achtung vor allen den Menschen, die ihr Leben für eine bessere Gesellschaft oder für den Weltfrieden eingesetzt haben. Gleichzeitig schätze ich auch die Menschen, die hier in der Region mit ihren Ideen und Idealen etwas bewegen und voranbringen wollen.

Welches Buch lesen Sie gerade?
„Während die Welt schlief“ von Susan Abulhawa.
Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?
Gemeinsam mit Freunden den „Tatort“, am liebsten den Münsteraner.
Wo trifft man Sie eher: bei einer Karnevalsfeier oder bei einem Fußballspiel?
Bei beiden nicht.
Wen würden Sie gerne mal treffen?
Heinrich Heine, Johann Heinrich Biester und Brigitte Reimann.
Wenn Sie nicht selbst kochen: Was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch, griechische, italienische, chinesische oder deutsche Gerichte?
Wenn ich nicht selbst koche, dann übernimmt das unser zweiter Sohn, der vorzüglich kochen kann und die spanische Küche bevorzugt. Zwei- bis dreimal im Jahr fahren wir „Zur Roten Kelle“ nach Rothen. Ein Geheimtipp.
Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?
„Guten Abend, gute Nacht“ – dieses Lied sang uns unsere Mutter zum Einschlafen und es erinnert mich an meine unbeschwerte Kindheit.
An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?
Ein Überraschungsausflug im vergangenen Jahr anlässlich meines Geburtstages zum Darß mit seinen breiten Stränden und den alten Rotbuchenwäldern. Die Idee hatten mein Sohn und mein Mann.
Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?
Jeder Tag, den ich erlebe, hat etwas von einem Traum an sich. So bin ich auf jeden neuen Tag gespannt, was er an Überraschungen, Herausforderungen und Geheimnissen bringt. Ein vielleicht zu großer Traum oder Wunsch ist, dass ich mir mehr Frieden auf der Welt wünsche und dass ich mir erhoffe, dass die Menschen mit den Ressourcen auf der Erde sensibler umgehen als bisher.
Wie gestalten Sie Ihre Freizeit als Rentner?
Die unter Frage 3 aufgezählten Aufgaben lassen den Raum für Freizeit nicht sehr groß ausfallen. Aber da ich hier einen Lebensort gefunden habe, an dem ich immer wieder viele, wunderbare Begegnungen erleben kann, erübrigt sich für mich die Frage nach einer Rentner-Freizeit.
Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen und warum?
Anja Abdank aus Dreetz, Gottfried Hägele aus Bützow und Susanne Wetzel aus Qualitz – für mich sind das wunderbare Menschen.

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