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Warnow-Klinik : „Jeder Tag bedeutet das ganze Leben“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Würdevoll begleiten bis ans Lebensende: Warnow-Klinik in Bützow gibt Einblicke in die neu eröffnete Palliativstation

Unheilbar krank: Die Diagnose, bald sterben zu müssen, versetzt Patienten in Angst. Viele fürchten dabei weniger den Tod, mehr ein quälendes Lebensende. Genau das zu verhindern, ist das Ziel der Palliativmedizin. Umfassende Therapiemöglichkeiten für Betroffene hält jetzt auch die Warnow-Klinik in Bützow auf ihrer neuen Palliativstation bereit. Nach neunmonatiger Bauzeit wurde sie offiziell eingeweiht.

Acht geräumige und lichtdurchflutete Zimmer bieten Platz für zwölf Menschen. Auch Angehörige können hier übernachten. Jeder Raum kann an die Wünsche des Patienten angepasst werden. „Der Patient kann sein Zimmer farblich oder auch mit Bildern individuell gestalten“, erklärt Thomas Blum, Geschäftsführer der Warnow-Klinik.

Darüber hinaus lädt ein gemeinschaftliches Wohnzimmer mit Dachterrasse zum Verweilen ein. Wer hingegen einen Rückzugsort sucht, wird im Raum der Stille fündig. Auch mehrere Therapieräume befinden sich auf der neuen Station, die für 1,7 Millionen Euro – davon 1,6 Millionen Euro Fördergelder vom Land – gebaut wurde. So steht in einem der Zimmer, mit roten Wänden und einem Lichtspiel an der Decke, eine große Badewanne. „Baden kann Patienten helfen, sich zu entspannen“, so Blum.

Das Ziel der 14 Stationsmitarbeiter, darunter Ärzte, Krankenschwestern, Therapeuten und auch ein Sozialarbeiter: Die letzten Wochen, Monate oder Jahre des Patienten so angenehm wie möglich gestalten. „Wir legen unseren Fokus nicht auf das Lebensende. Bei uns bedeutet jeder Tag ein ganzes Leben“, sagt Stationsleiterin Dr. Ilse Friesecke. Denn in der Palliativmedizin steht der Mensch als Ganzes im Mittelpunkt. Hier werden nicht nur die körperlichen Symptome behandelt, sondern auch die seelischen Bedürfnisse des Patienten berücksichtigt. Auf der Station kommen daher neben der schulmedizinischen Versorgung auch Kunst- und Musiktherapien sowie Entspannungstechniken und Naturheilkunde zum Einsatz.

Clas P. Köster ist Kunsttherapeut und Psychoonkologe, besucht bis zu dreimal die Woche die Warnow-Klinik. Mittels Farben und Formen ermöglicht er den Patienten, das, was sie im Inneren bewegt, zu Papier zu bringen. „Ich gebe ihnen den Raum, ihre Gefühle auszudrücken“, sagt Köster.

Um die Verbindung zum Inneren geht es auch Musiktherapeutin Jana-Christin Walter. Ihre Arbeitsmittel sind Klangschalen, Trommeln und Zupfinstrumente, so genannte Polycorde. „Es geht um Schwingungen. Darüber spüren sich die Menschen,“ erzählt sie.

Vor drei Wochen hat die Palliativstation ihren Betrieb aufgenommen. Anfangs noch auf Probe ist sie gegenwärtig bereits ausgelastet. „Die Zimmer sind alle belegt“, so Geschäftsführer Blum. Er sieht sich darin in seiner Entscheidung bestätigt, ein solches Angebot in der Warnow-Klinik zu schaffen. „Der Bedarf ist da und steigt“, sagt er. Mit der neuen Station habe die Klinik optimale Bedingungen, dem gerecht zu werden.

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