Jede Menge Kleinkram

Im Güstrower Fundbüro stapeln sich Ausweise, Brieftaschen, Brillen und viele Schlüssel

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30. Januar 2019, 19:41 Uhr

Eine Handprothese hat Evelyn Harloff schon mal in ihrem Fundus gehabt. „Die hat komischerweise keiner abholt“, sagt sie. Auch einen Rollstuhl. „Den konnten wir wieder zurückgeben“, so die Leiterin des Güstrower Bürgerbüros im Rathaus, zu dem auch das Fundbüro der Stadt gehört. „Es ist schon kurios“, sagt sie aus langjähriger Erfahrung. „Für die Sachen, die wir hier haben, meldet sich oft keiner. Stattdessen fragen ständig Leute nach Dingen, die sie verloren haben, die aber bei uns nicht abgegeben wurden.“

Evelyn Harloff öffnet den großen Safe in den Hinterräumen des Bürgerbüros. „Reichtümer gibt es hier aber nicht“, sagt sie gleich. Aber jede Menge Brieftaschen, Brillen, Handys, Kreditkarten, Ausweise – Kleinkram eben, den Menschen oft verlieren. Auch zwei Schmuckstücke sind dabei, ein Ring und eine Kette. Und Schlüssel. „Die zählen wir gar nicht mehr. Schlüssel werden meistens auch nicht abgeholt“, sagt Evelyn Harloff. Sechs Monate muss das Fundbüro alle diese Dinge verwahren – das ist die gesetzlich vorgeschriebene Verwahrfrist. „Wenn sich bis dahin keiner gemeldet hat, können die Finder beantragen, dass sie die Dinge bekommen. Das passiert durchaus oft“, sagt sie.

Bei Ausweisen, Krankenversicherungskarten oder auch Brieftaschen ist es einfach für die Mitarbeiter des Fundbüros, den Besitzer zu ermitteln. Die Leute werden einfach angeschrieben und können sich die Dinge im Rathaus abholen. „Wir konnten vergangenes Jahr zum Beispiel 15 von insgesamt 18 bei uns abgegebenen Brieftaschen den Besitzern zurückgeben“, schildert Evelyn Harloff. Manchmal sind auch Fundstücke aus anderen Bundesländern dabei, von Touristen, die die Barlachstadt besucht haben. „Dann schicken wir es an die zuständige Gemeinde zum Beispiel in Bayern und der Verlierer kann es sich dort abholen“, sagt sie. Dabei darf das Fundbüro nur die die Dinge annehmen, die auch im Güstrower Stadtgebiet verloren beziehungswiese gefunden wurden.

Alles was nach sechs Monaten keiner mehr will geht in die „Presse“, formuliert es Evelyn Harloff. Besonders Schlüssel und Handys. „Die werden vernichtet“, sagt sie. Natürlich nicht die wertvolleren Sachen, wie beispielsweise hochwertige Fahrräder. „Vergangenes Jahr haben wir zwei Versteigerungen von Fundsachen gehabt“, erzählt sie. Diese Versteigerungen finden nur im Internet statt. Vor allem Fahrräder würden da gut laufen, sagt Evelyn Harloff. Die Stadt erzielt mit Fundsachen also auch Einnahmen. „Die sind aber nicht so doll“, schiebt die Leiterin des Fundbüros hinterher.

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