Solaranlagen : Investor Güstrower Solarparks insolvent

Am Rand des Güstrower Stadtgebietes entstanden in den vergangenen Jahren zahlreiche große Freiflächen-Photovoltaikanlagen.
Am Rand des Güstrower Stadtgebietes entstanden in den vergangenen Jahren zahlreiche große Freiflächen-Photovoltaikanlagen.

Bürgermeister sieht keine Konsequenzen für Stadt - Stadtwerke-Chef kritisiert Großanlagen

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18. Februar 2014, 06:00 Uhr

Die Wirsol Solar AG, Investor der drei großen Freiflächen-Photovoltaikanlagen in der Glasewitzer und Plauer Chaussee in Güstrow, ist insolvent. Für die Stadt Güstrow habe das jedoch keine Folgen, informierte Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt gestern auf SVZ-Nachfrage. „Unsere Vertragspartner betrifft das nicht. Es ist mir nicht bekannt, dass die Firmen, mit denen wir Verträge haben, insolvent sein sollen“, so Schuldt. Es handele sich ausschließlich um eigenständige Firmen mit Sitz in Güstrow. Mit Wirsol habe die Stadt keinen Vertrag, sagt der Bürgermeister. Wirsol hatte die Anlagen nach der Fertigstellung an Projektgesellschaften übertragen. Dieses in der Branche übliche Verfahren bietet einen Schutz vor Insolvenz. Die Stadt Güstrow ist anteilig am Verkauf des in den drei Solaranlagen produzierten Stroms beteiligt.

Eine Insolvenz sei für die Stadt auch nicht problematisch, unterstreicht Schuldt. „Sollten vereinbarte Zahlungen nicht erfolgen, können wir die Anlagen pfänden“, sagt er. Die Wirsol Solar AG hatte am 1. Januar beim Amtsgericht Karlsruhe Insolvenz angemeldet. Der Vorstand des Photovoltaik-Unternehmens war kurz zuvor zurückgetreten. Die gesamte Wirsol-Gruppe mit zahlreichen Tochterfirmen steckt in Schwierigkeiten. Das Unternehmen hatte die drei Anlagen in Güstrow 2012 errichtet. Hier wird Strom für bis zu 6000 Haushalte produziert.

Laut dem Chef der Güstrower Stadtwerke, Edgar Föniger, wird durch die großen Anlagen an sonnenreichen Tagen mehr Energie erzeugt, als in Güstrow verbraucht wird. „Diese Energie wird dann ins Edis-Netz eingespeist und geht irgendwo nach Süddeutschland, weil unser Netz dafür zu klein ist“, sagt Föniger, der als Kritiker großer Solaranlagen gilt. „Wir brauchen diese große Anlagen nicht, um uns selbst zu versorgen“, so der Geschäftsführer.

Dennoch mussten die Stadtwerke Güstrow aufgrund dieser Großanlagen in den Netzausbau investieren und Leitungen verstärken. „Wir sind gesetzlich dazu verpflichtet, die Netzwerkstabilität zu garantieren“, erklärt Föniger. Dadurch würden den Stadtwerken immense Kosten entstehen und letztendlich auch die Netzentgelte steigen. Die Kosten hätten dann die Verbraucher zu tragen.

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