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Straßen- und Brückenbau : Investitionsstau von 170 Millionen Euro

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Aktualisierte Prioritätenliste für den Straßen- und Brückenbau im Kreisgebiet.

von
erstellt am 04.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Im Straßenbau schiebt der Landkreis Rostock einen Investitionsstau vom mehr als 170 Millionen Euro vor sich her. Viele kaputte Straßen und Brücken könnten nicht saniert werden, weil der Bund die notwendigen Fördergelder nicht zur Verfügung stelle, kritisierte Burkhard Krause, Leiter des Amtes für Straßenbau und Verkehr beim Landkreis. „Der Bund lässt die Kreise beim Kreisstraßenbau alleine dastehen. Es gibt immer weniger Fördergelder“, so Krause.


Ohne Fördermittel kein Straßenbau


Dennoch präsentierte der Amtsleiter jetzt eine seiner Meinung nach „anspruchsvolle“ aktualisierte Prioritätenliste für den Straßen- und Brückenbau im Kreisgebiet bis zum Jahr 2022. Allein in diesem Jahr ist ein Investitionsvolumen von rund zehn Millionen Euro geplant. Doch für den Großteil der Maßnahmen gibt es noch keine Fördermittelzusagen. Die Prioritätenliste ist damit eher eine Wunschliste. Die größten Chancen auf Verwirklichung haben noch die Vorhaben in diesem und im nächsten Jahr. Was danach kommt, steht in den Sternen. „Dann werden wir uns wieder treffen, um die Prioritätenliste für die Kreisstraßen zu aktualisieren“, sagte Krause auf dem Wirtschaftsausschuss des Landkreises. Dessen Vorsitzender, der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Stein, zeigte sich verwundert über die scharfe Kritik Krauses am Bund. „Der Bund gibt in diesem Jahr so viel Geld für den Straßenbau aus wie nie zuvor“, entgegnete Stein. „Reicht trotzdem nicht“, so Krause. Das Land reiche nicht genügend Fördermittel des Bundes an die Kreise weiter. „Unser Landkreis kriegt zu wenig ab.“ Nicht ganz so scharf wie Krause, aber ebenso bestimmt, kritisierte Wolfgang Kraatz, stellvertretender Landrat, die Situation. „Auf der einen Seite haben wir keine Straßen, die nicht mehr befahrbar sind. Auf der anderen Seite baut sich der Investitionsstau immer weiter auf, so dass es bald nicht mehr 170, sondern 190 Millionen Euro sind, die wir vor uns herschieben“, sagte Kraatz.

Los gehen soll es dieses Jahr laut Prioritätenliste mit dem Straßenbau Strenz-Karow-Siemitz sowie Kankel-Scharstorf. „Hier sind die Fördermittel noch in der Schwebe“, schränkte Krause ein. Ebenfalls ist der 1. Bauabschnitt der Ortsdurchfahrt Bützow geplant. Für knapp zwei Millionen Euro soll zudem die Strecke Käselow-Hohen Sprenz gemacht werden. Hier wartet der Landkreis aber noch auf eine Sonderbedarfszuweisung des Landes, informierte Krause.


Brücke Liessow in desolatem Zustand


2018 soll endlich die Brücke über die Bahnschienen in Liessow saniert werden, die laut Krause in einem „desolaten Zustand“ ist. Schon jetzt sei die Tragfähigkeit der Brücke eingeschränkt. Deshalb sei die Brücke in der Prioritätenliste nach vorne gewandert. Weiter gehen soll es nächstes Jahr mit einem weiteren Abschnitt Strenz-Karow-Siemitz. Für 2019 sind u. a. die Sanierung der Kreisstraße Friedrichshof-Sabel sowie zwei weitere Bauabschnitte der Ortsdurchfahrt Bützow angedacht. Der Radweg Badendiek-Mühl Rosin steht für 2020 im Plan, ebenso wie die Strecke Spoitgendorf-Recknitz-Diekhof.

„Wir wollen was erreichen im Straßenbau“, sagte Krause. „Wir können nicht überall gleichzeitig bauen, bemühen uns aber, es gleichmäßig im Kreisgebiet zu tun.“ Straßenbauvorhaben seien immer langfristig angelegt und unsicher. „Die entscheidende Frage bleibt, ob wir Fördermittel bekommen.“  

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