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Virtuelles Schaufenster : Internet-Affinität nicht sehr hoch

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Zahlreiche Güstrower Händler noch immer nicht vom „Virtuellen Schaufenster“ überzeugt. Die Stadt Güstrow geht jetzt in die Werbeoffensive.

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erstellt am 07.Jul.2015 | 08:00 Uhr

Der Güstrower Fotograf André Hamann ist im Moment in der Güstrower Innenstadt unterwegs, um Fotos von Geschäften oder den Einzelhändlern selber zu machen. Diese Fotos sollen dann auf die Händlerseiten des seit April freigeschalteten Internetportals www.schaufenster-guestrow.de eingestellt werden, um die Website visuell attraktiver zu machen. Dieses „Virtuelle Schaufenster Güstrow“ ist ein Pilotprojekt der Nationalen Stadtentwicklungspolitik des Bundes, gefördert durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Mit einer neuartigen Waren- und Serviceplattform im Internet soll der Einzelhandel in der Barlachstadt gestärkt werden (SVZ berichtete). Doch die Internet-Affinität der Güstrower Händler, die mit diesem Projekt gerade geweckt werden soll, ist nicht besonders ausgeprägt.

Deshalb klapperte Thomas Jesse von der Wirtschaftsförderung der Stadt gemeinsam mit der IHK vor kurzem 50 Geschäfte in der Innenstadt ab, um noch einmal für das Projekt „Klinken zu putzen“, wie er sich selbst ausdrückt. Für nächste Woche hat er sich erneut 50 Geschäfte vorgenommen. „Es gibt immer noch Ressentiments von Seiten der Händler“, musste er feststellen, obwohl das „Schaufenster“ bis Mitte 2016 kostenlos sei. „Viele führen eine technische Barriere an, sehen Probleme, ihre Produkte auf der Internetseite einzupflegen.“ Erst zwölf Händler sind diesen Schritt mittlerweile gegangen. Dabei bieten Stadt und auch der Software-Entwickler Hilfestellungen an. „Der Service ist da“, unterstreicht Anett Zimmermann, Abteilungsleiterin Marketing, Kultur und Tourismus, die das „Schaufenster“-Projekt bei der Stadt koordiniert.

In Güstrow habe sich bisher noch nicht die Erkenntnis durchgesetzt, dass sich zukünftig im Bereich des Einzelhandels ganz viel im Internet abspielen werde, sagt Anett Zimmermann. „Der stationäre Handel wird nur noch in Kombination mit dem Internethandel erfolgreich sein“, ist sie überzeugt und verweist auf entsprechende Erhebungen. Der Internethandel nehme immer zu. „Diese Bewusstsein ist noch nicht sehr ausgeprägt. Das hätten wir uns auch anders vorgestellt.“ Mit dem attraktiven, kostenlosen Angebot „Virtuelles Schaufenster Güstrow“ hätte man die Hürde für die Händler bereits sehr niedrig gemacht.

Auf Wunsch vieler Gewerbetreibender wurde der Internetauftritt im Juni noch einmal überarbeitet und mit großen Fotos übersichtlicher und ansprechender gemacht. Neben dem Auftritt der Einzelhändler bietet die Internetseite auch weiter Dienstleistungen sowie verweist auf Sehenswürdigkeiten der Barlachstadt, um das „Einkaufserlebnis“ abzurunden, so Anett Zimmermann. „Wir werden jetzt noch massiv in die Außenwerbung gehen“, sagt sie. Ende des Jahres ist zudem eine Konferenz mit anderen Städten, u.a. Teterow und Ludwigslust, geplant, die bereits Interesse an dem Pilotprojekt bekundet haben. Projektpartner für das verkaufsfördernde internetbasierte, interaktive Präsentations- und Informationssystem der Güstrower Händlerschaft sind die Güstrow-Card-Betreibergesellschaft, die Regiopolregion Rostock, die IHK Rostock und die „eBusinessLotsen MV“.  

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