Güstrower Südstadt : Interkultureller Garten kommt

Ein Projekt auf dem Weg:  ein buntes Schild weist auf einen Gemeinschaftsgarten hin, der an der Werner-Seelenbinder-Straße in der Güstrower Südstadt entstehen soll.
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Ein Projekt auf dem Weg: ein buntes Schild weist auf einen Gemeinschaftsgarten hin, der an der Werner-Seelenbinder-Straße in der Güstrower Südstadt entstehen soll.

Auf 2000 Quadratmetern sollen in der Güstrower Südstadt Parzellen bewirtschaftet werden und Gemeinschaftsflächen zum Verweilen einladen.

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05. Oktober 2017, 05:00 Uhr

Die Idee von einem interkulturellen Garten in der Güstrower Südstadt nimmt Gestalt an. Obst, Gemüse und Blumen werden erst im nächsten Jahr gedeihen. Seit Freitag aber weist ein Schild auf der Fläche Werner-Seelenbinder-Straße 3-8 auf das Projekt hin. Kinder haben den bunten Hinweis gestaltet. „Gemeinschaftsgarten Vielfalter“ steht darauf.

Auf 2000 Quadratmetern, die der Verein Tuimandaa aus Rostock als Projektträger von der Allgemeinen Wohnungsbaugenossenschaft Güstrow-Parchim (AWG) gepachtet hat, sollen eine Obstwiese angelegt werden, Platz zum Spielen und für Veranstaltungen sowie für Gartenparzellen entstehen. „Wer hier gärtnern möchte ist herzlich willkommen“, spricht Martina Nösse von der Initiativgruppe die Südstädter ebenso an wie die Flüchtlinge aus der Gemeinschaftsunterkunft gleich nebenan, Kindertagesstätten, Schulen usw. Erste Mitstreiter haben sich bereits gefunden. „Man kann nicht immer nur von Integration reden“, sagt Jutta Hamann und fügt hinzu: „Wenn jeder seinen kleinen Beitrag leistet, wird unsere Welt viel verträglicher.“ Als Rentnerin habe sie selbst einen Garten und wolle sich mit ihren Erfahrungen gern einbringen.

Mitzutun liegt auch für Barbara Hollingern, Leiterin des Hortes an der Inselseeschule, auf der Hand: „Es ist eine tolle Sache direkt vor unserer Tür. Warum sollten wir da nicht mit den Kindern auch eine Parzelle bewirtschaften.“ Es sei eine wunderbare Sache, um ins Gespräch zu kommen, Kontakte zu knüpfen. Zwischen den Kindern gebe es diese längst, erzählt die Hortleiterin.

Mit im Boot, so berichtet Martina Nösse, sind auch die Malteser Werke gGmbH , Betreiber der Gemeinschaftsunterkunft, die Freie Schule Güstrow, ein Landschaftsplaner und einige ehrenamtliche Unterstützer. „Fördermittel haben wir von der Ehrenamtsstiftung und der NUE, der für Umwelt und Entwicklung bekommen“, freut sich Martina Nösse. Der Zaun sei bereits bestellt. Zunächst werde man also das Areal einfrieden. Dann sei Mutterboden aufzutragen und die Parzellierung vorzunehmen. Eine nächste Veranstaltung kündigt Martina Nösse für den 3. November an. Dann soll ein erster Obstbaum gepflanzt werden.

Die Idee, einen interkulturellen Garten anzulegen, war bei den Entwicklungspolitischen Tagen vergangenen Herbst in Güstrow entstanden, so Martina Nösse. Danach waren bei einem Workshop, zu dem die Landeslehrstätte für Naturschutz und nachhaltige Entwicklung MV am Landesamt für Umwelt und Natur eingeladen hatte, die Möglichkeiten erkundet worden. Interkulturelle Gärten gibt es inzwischen in vielen Städten. Sie sollen Menschen unterschiedlicher Kulturen, Nationalitäten und sozialer Schichten zusammenbringen. Sie sind Orte der Begegnung und der Verständigung. Ziel sei es, Toleranz zu fördern und über das gemeinsame Gärtnern zu integrieren, erklärt die Initiatorin. Gleichzeitig gehe es um ökologischen Gartenbau und gesunde Ernährung.

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