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Gartenporträt : Intensive Farben statt Herbst-Blues

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Familien Dorn in Polchow pflegt einen großen Garten mit Blumen, Gemüse und einer Obstwiese

von
erstellt am 10.Okt.2014 | 23:30 Uhr

Der Herbst ist für Marlis Dorn (57) fast die schönste Zeit des Jahres. „Die strahlenden Farben der Herbstastern machen gute Laune und bringen noch einmal ganz viel Leben in den Garten“, versucht sie zu erklären. Herbst-Depressionen könnten so gar nicht aufkommen. Das Leben und die Natur, so erscheint es, schalten einen Gang runter. Hängen Nebelschwaden über dem Garten könne man einen solchen Tag mit einer Tasse heißen Tee am Fenstern ebenfalls genießen. Marlis Dorn trägt den Gartenvirus in sich. Auf rund 5000 Quadratmetern bleibt ihr viel Raum ihre Leidenschaft auszuleben.


Pflanzinseln und Drifts im Rasen


Wichtig ist der Hobbygärtnerin, dass sich ein Garten in die Landschaft einfügt. Natürlich soll er wirken, Freude machen und die Versorgung mit gesunden Obst und Gemüse unterstützen. Herbizide und Pestizide haben da keinen Platz. Und wenn die Rosen von Sternrußtau befallen sind, erträgt Marlis Dorn das. Nicht alle Rosen seien davon betroffen. Apropos: Ein Besuch im Rosengarten von Christian Korsch nahe Rehna hat die Gartenleidenschaft von Marlis Dorn grundlegend befeuert. „Danach habe ich wirklich mit Gartengestaltung begonnen“, erzählt die Frau, die mit ihrem Mann, der auf dem Fliegerhorst arbeitet, 1996 nach Polchow kam. Die mecklenburgische Landschaft mit Söllen auf den Feldern holt Marlis Dorn mit Pflanzinseln und Drifts im Rasen in ihren Garten.

Rosen und Stauden bestimmen das Bild im ersten Gartenteil. Neben den einmal blühenden, aber wunderbar duftenden alten Rosen, liebt die 57-Jährige auch neuere Züchtungen wie die Moschata-Rose „Mozart“, die auch im Okotober in voller Blüte steht, während die Alten und die Wilden mit unzählige Hagebutten punkten.

Der Gemüsegarten hat die Form eines klassischen Bauerngartens mit Wegekreuz und Rose plus Klematis in der Mitte. Leider habe es den Buchsbaum, der klassischerweise die Beete einfasste, hinweggerafft. „Der böse Buchsbaumpilz“, erklärt die Hobbygärtnerin. Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten schätzt Marlis Dorn sehr. Eine gesunde Ernährung ist ihr wichtig. Selbst ihr Brot backt die 57-jährige seit Jahren selbst.


Stauden und Gräser im New German Style


Durch ein Tor betritt der Besucher – die Mitglieder der Regionalgruppe MV der Gesellschaft der Staudenfreunde waren jüngst in Polchow zu Gast – den Obstgarten mit wohl um die 30 Obstbäumen, hauptsächlich Äpfel, die gestaffelt nach dem Reifezeitpunkt der verschiedenen Sorten geerntet, eingelagert oder mit der eigenen kleinen Presse zu Saft verarbeitet werden. Hier hat Marlis Dorn auch großzügige Beete mit Stauden und Gräsern ganz im Sinnen des New German Styls angelegt. Hier haben die Herbstastern – Glattblatt- und Raublattastern, Myrtenastern und wie sie allen heißen – gerade ihren großen Auftritt. Richtig hinschauen muss man dagegen, um das eine oder andere Detail im Garten nicht zu übersehen: Die Echeverien, die auf einer alten Schaufel wachsen, alte Milchkannen und bepflanzte Steintröge. Auch eine alte Leiter darf eine neue Funktion übernehmen und Ramblerrosen – das sind die mit den fünf oder sogar zehn Meter langen biegsamen Trieben, die sich sonst auch in Bäumen empor schwingen – Halt bieten. Für Marlis Dorn und ihren Mann Hartmut, der heute die Apfelsaftpresse bedienen wird, ist Garten Lebensfreude

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