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5. Uwe-Johnson-Literaturtage in Güstrow gut besucht : Intensive Diskussion um Uwe Johnson

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Mit Informationen über den Umzug des Uwe-Johnson-Archivs nach Rostock starteten die 5. Uwe-Johnson-Tage am Freitagabend in der Güstrower Bibliothek, die den Namen des berühmten Schriftstellers trägt.

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erstellt am 21.Okt.2012 | 04:58 Uhr

Güstrow | Mit Informationen über den Umzug des Uwe-Johnson-Archivs nach Rostock starteten die 5. Uwe-Johnson-Tage am Freitagabend in der Güstrower Bibliothek, die den Namen des berühmten Schriftstellers trägt. Sonnabend wurden sie fortgesetzt. Prof. Holger Helbig berichtete von der Rückkehr Johnsons nach Mecklenburg. Etwa 8000 Bücher, 50 000 Blätter aus Manuskripten und Briefwechseln Johnsons sowie Möbel wurden von Marbach nach Rostock gebracht. "Es ist der wichtigste Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, den Mecklenburg hervor gebracht hat. Mit dem Umzug nach Rostock zeigen das Land und die Universitäten, dass sie den geschichtlichen Wert einschätzen", sagte der Professor der Rostocker Universität. Zahlreiche Vorarbeit sei für den Umzug notwendig gewesen. Doktorandin Antje Pautzke aus Rostock bereitete vieles für den Umzug vor, unter anderem, wo die Bücher stehen können. Die zahlreichen Briefwechsel könnten schon bald bekannter werden, wenn eine Veröffentlichung möglich wird.

Der Schriftsteller Uwe Johnson lebte von 1934 bis 1984. Aber welche Rolle spielte Güstrow für ihn? Diese Frage steht im Raum, wenn bereits zum fünften Male Johnsontage organisiert wurden. "Hier in Güstrow hat Johnson erste soziale Erfahrungen gemacht", ist sich Gisela Scheithauer sicher. Außerdem nehme die Schule einen breiten Raum in seinen Büchern, besonders in den "Jahrestagen" ein. "Von hier ist er in die Welt gegangen. Das ist für Güstrow ein Glücksfall", sagt sie, die schon seit Jahren recherchiert und nachforscht.

Ein Wermutstropfen für einige Besucher: Kein Deutschlehrer fand am Freitagabend den Weg in die Bibliothek. Ob Johnson in den Schulen gerade hier in Güstrow genügend gewürdigt und bekannt gemacht wird? Für Holger Helbig sei da keine Sorge angebracht. Er glaubt, die neue Generation, also seine Studenten, erkennen die Größe Johnsons. Das zeige sich auch an den jungen Besuchern am Freitag in der Bibliothek. Unter ihnen Franziska Krakow aus Rostock. "Ich habe Ingrid Babendererde schon mehrfach gelesen und als Studentin ist für mich Johnson schon wichtig", sagte die 23-Jährige, die das Brinckmangymnasium besuchte. Sie blieb mit weiteren Studenten auch zur Buchlesung von Gregor Sander, der aus seinem Roman "Winterfisch" las.

Sonnabend kamen noch mehr Besucher als Dr. Ulrich Krellner über Uwe Johnson und Sigmund Freud referierte und Rainer Pasch-Beek über "Uwe Johnsons Heimweh und Christa Wolfs Sehnsucht nach Mecklenburg" sprach.

Gisela Scheithauer aus Güstrow berichtete über ihre Nachforschungen nach Namen, die sie in Werken Barlachs und Johnsons angestellt hatte. "Ich suche nach Güstrower Spuren. Beide haben Namen aus ihrem Güstrower Umfeld verwendet und daraus die Poesie dieser Namen entwickelt", sagt sie. Diese Namen der literarischen Figuren seien unsterblich.

"Die 5. Uwe-Johnson-Tage waren sehr gut besucht. Ich bin sehr zufrieden", resümierte Sabine Moritz, Leiterin der Uwe-Johnson-Bibliothek. Für sie sei es eine Anstrengung, immer wieder ein interessantes Programm für diesen kulturellen Höhepunkt und nicht für wissenschaftliches Publikum, zu organisieren. Letztlich aber zeigen die Reaktionen der Besucher, dass das auch in diesem Jahr wieder gelang.

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