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Migrationsberatung Güstrow : „Integration hat oberste Priorität“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Die Güstrowerin Gudrun Mucauque leitet die Migrationsberatung in der Hageböcker Straße und hilft Flüchtlingen und Asylbewerbern.

von
erstellt am 28.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Oft fließen in den Gesprächen, die Migrationssozialarbeiterin Gudrun Mucauque führt, auch Tränen. „Die Menschen haben einen weiten, weiten Weg hinter sich. Haben auf der Flucht viel erlebt. Es herrscht oft große Hilflosigkeit“, sagt die 58-jährige Güstrowerin. Diesen Flüchtlingen und Asylbewerbern zu helfen, dafür ist die Migrationsberatungsstelle des DRK-Kreisverbandes Güstrow in der Hageböcker Straße da. Ebenso wie die im gleichen Büro untergebrachte Beratungsstelle für dezentrale Betreuung, die sich um alle Flüchtlinge kümmert, die nicht in Heimen, sondern in Wohnungen in Güstrow untergebracht sind. „Wir helfen den Menschen dabei, Struktur in ihren neuen Lebensalltag zu bringen, Hilfe auf dem Weg zur Integration. Unsere Priorität dabei: Hilfe zur Selbsthilfe“, sagt Gudrun Mucauque.

Aktuell sind im Landkreis Rostock von den hier lebenden 2787 Flüchtlingen und Asylbewerbern 1994 dezentral untergebracht. In der Hageböcker Straße in Güstrow werden davon rund 300 betreut. Sie bekommen Unterstützung bei ihren ersten Schritten in einem neuen Land, ob es nun Behörden, Wohnung, Ausbildung, Kita, Schule oder die Krankenkasse betrifft. „Hier ist immer ein Kommen und Gehen“, sagt Gudrun Maucauque, die seit 1999 beim DRK Güstrow mit Migranten arbeitet. „Der Beratungs- und Hilfebedarf ist groß.“ In die Höhe geschnellt ist dieser Bedarf im vergangenen Jahr mit der vermehrten Zuwanderung. In dieser heißen Phase wurde die Migrationsberatung und die dezentrale Betreuung personell aufgestockt, auch eine Vielzahl neuer Angebote wurde geschaffen. „Integration hat jetzt oberste Priorität“, sagt Gudrun Mucauque.

Daran war im September, Oktober, November 2015 noch nicht zu denken. „Es kamen damals so viele Leute auf einmal. Da ging es eher um organisatorische Probleme mit den Neuankömmlingen“, erzählt sie. So schlimm sei es jetzt nicht mehr. Die Flüchtlingszahlen würden gerade nicht mehr so massiv steigen. „Deshalb haben wir etwas Luft, mit den Leuten, die hier sind, zu arbeiten und die Integration voranzubringen“, sagt die Migrationsberaterin. Die Flüchtlingszahlen sinken leicht. Das belegen auch die aktuellen Zahlen des Landkreises. „Als Folge der Schließung der so genannten Balkanroute sind momentan die Zuweisungszahlen auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau“, sagt Landrat Sebastian Constien. Auch die Zahlen bei der Unterbringung seien rückläufig, vor allem wegen der „jetzt zügigen Anerkennung der syrischen Flüchtlinge“. Da es jedoch bisher keine aktuellen Prognosen gebe, rechne der Landkreis wie im Vorjahr mit ca. 3000 Neuzuweisungen.

Das bedeutet also weiterhin Arbeit für das interkulturelle Team der dezentralen Betreuung in Güstrow. Sieben Sozialarbeiter sind hier tätig, sie kommen u.a. aus Angola, Russland und aus dem Jemen, leben aber schon lange in Deutschland. Auch Dolmetscher Hajrudin Hodzic aus Bosnien gehört dazu. „Ein gutes Beispiel für gelungene Integration“, nennt ihn Gudrun Mucauque. Einst selber Asylbewerber hat Hodzic mittlerweile seine Niederlassungserlaubnis, lebt seit 2003 mit seiner Familie in Güstrow. „Ich habe einst auch als Ratsuchender in der Migrationsberatung von Frau Mucauque gesessen“, erinnert er sich zurück. Jetzt ist er hier fest als Dolmetscher angestellt.

Dolmetscher seien zwar wichtig, sagt Gudrun Mucauque, „aber wir achten darauf, dass hier in der Beratungsstelle deutsch gesprochen wird. Die deutsche Sprache ist eine wichtige Stütze. Und die Migranten sollen ja deutsch lernen“, unterstreicht sie.

 

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