zur Navigation springen

Schule am Inselsee : Integration auf dem Lehrplan

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Am Beispiel der Deutschen aus Russland lernten Inselseeschüler gestern viel über Migrationsprozesse.

von
erstellt am 17.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Einen besonderen Projekttag erlebten die Schüler der Güstrower Inselseeschule gestern Vormittag. Marion Träger vom Jugendmigrationsdienst des Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) stellte den Kontakt zu Jakob Fischer her, der mit einem Bundesprojekt zu den Themen Migration und Integration seit vielen Jahren durch Deutschland reist und nun gerne auch nach Güstrow kam.

„Im Rahmen der interkulturellen Woche wollen wir mit diesem Projekt die interkulturelle Öffnung an den Schulen in der Region vorantreiben“, beschreibt Marion Träger die Intention und fügt hinzu: „Es ist schön zu sehen, wie Integration hier an der Schule bereits gelebt wird – Schüler der unterschiedlichsten Nationalitäten lernen hier gemeinsam.“ Das bewies der Schulchor gleich auch mit seinem eigens einstudierten Rahmenprogramm. Zwischen zwei Liedern rezitierten die Schüler ein Gedicht in den unterschiedlichsten Sprachen. „Mit dabei waren Deutsch, Polnisch, Persisch, Arabisch, Russisch und Indisch – alles Muttersprachen unserer Schüler“, erklärt Chorleiterin Isabell Kitta. Damit stimmten die Schüler gleich auch auf den Projekttag an ihrer Schule ein.

Geschichtslehrer Ulf Marquardt hatte seine Neuntklässler bereits auf den Themenschwerpunkt vorbereitet. „Hier geht es ja um Deutsche aus Russland, dass steht in der neunten Klasse noch nicht auf dem Lehrplan. Das braucht etwas Vorbereitung“, erklärt der Pädagoge. Hilfreich für das Verständnis waren sicher auch die biografischen Erzählungen von Projektleiter Jakob Fischer. Seine Familie sei selbst aus Kasachstan vertrieben worden, dadurch werde die Geschichte um eine emotionale Komponente ergänzt. „Ziel der Wanderausstellung ist es aufzuklären“, sagt Fischer. Früher haben man nicht über die Gründe von Migration gesprochen, das solle heute anders sein. „Die Schüler sollen wissen und verstehen, warum ihr Banknachbar aus seiner Heimat geflohen ist“, ergänzt Marion Träger.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen