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Güstrower Anzeiger

20. Oktober 2017 | 07:19 Uhr

Flüchtlinge MV : Integration auf dem Lehrplan

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Nun werden ausländische Schüler auch an der Berufsschule unterrichtet. Die Integration ist hier aktueller denn je. Eine Vortragsreihe soll nun informieren.

von
erstellt am 06.Okt.2015 | 06:27 Uhr

Noch ganz frisch ist die neue Berufsvorbereitungsklasse für Ausländer an der Beruflichen Schule in Güstrow. Acht junge Menschen bereiten sich hier seit September gemeinsam auf eine Berufsausbildung vor. Der Spracherwerb steht zunächst im Vordergrund. „Wir haben hier bei uns eine Berufsschulpflicht bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs. Unsere neue Berufsvorbereitungsklasse bieten den ausländischen Schülern die Möglichkeit Deutsch zu lernen und sich auf eine künftige Ausbildung vorzubereiten“, erklärt Berufsschulleiterin Regina Hemesath.

Unlängst sind ausgewählte Berufsschulen des Landes bestimmt worden derartige Klassen einzurichten, um der Berufsschulpflicht nachzukommen – darunter auch Güstrow. „Viele Asylsuchende sind in ihren Heimatländern zur Schule gegangen, können dies aber oft nicht nachweisen“, weiß Regina Hemesath und fügt hinzu: „Die Zeugnisse sind auf der Flucht verloren gegangen, doch eine Ausbildung und ein Abschluss sind wichtig für die Integration.“

Insbesondere der Spracherwerb sei das primäre Ziel dieser speziellen Form der Berufsvorbereitung. Ein Jahr lang besuchen die Asylbewerber Sprachunterricht – täglich fünf Stunden. Im zweiten Jahr der Ausbildung werden sie parallel zu den übrigen Schülern praktisch und theoretisch unterrichtet. Hier werden Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder und die Möglichkeit zu Praktika gegeben.

„Unter unseren 1700 Schülern haben wir rund 30 Schüler mit Migrationshintergrund – überwiegend werden sie in den ganz normalen Klassen unterrichtet“, sagt die Schulleiterin. Für die neue Berufsvorbereitungsklasse werden auch schon einmal Schüler des Fachgymnasiums zum Übersetzen herangezogen. „Es ist uns einfach wichtig das unsere Schüler aufgeschlossen sind und keine Berührungsängste haben – besonders im Hinblick auf die aktuelle Flüchtlingssituation“, sagt Regina Hemesath. Da traf es sich gut, dass Marion Träger vom Jugendmigrationsdienst des Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) den Kontakt zu Jakob Fischer herstellte, der mit dem Bundesprojekt zu den Themen Migration und Integration durch Deutschland reist.

„Es geht darum, die Schüler zu informieren – gerade durch den aktuellen Bezug wird das nochmal umso wichtiger“, erklärt Marion Träger und Jakob Fischer fügt hinzu: „Ich merke in meinen Vorträgen, wie groß das Interesse an dem Thema ist. Da meine Familie selbst aus Kasachstan vertrieben wurde und ich den Schülern davon erzähle, bekommt das auch eine ganz emotionale Komponente.“ Es sei einfach wichtig, dass die Schüler auch verstehen, was sich hinter der aktuellen Situation verbirgt, so Regina Hemesath. Noch bis Mittwoch wird Jakob Fischer, der extra aus Bayern angereist ist, den Schülern Rede und Antwort stehen.

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