Jahrestagung der Ortschronisten : Inspiration für Heimatforscher

Prof. Dr. Wolf Völker (r.) von der Mühl Rosiner Chronikgruppe hatte eine kleine Ausstellung mit Schul- und Ortschroniken, Schulmeisterbiografien und Jubiläumsschriften aufgebaut.
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Prof. Dr. Wolf Völker (r.) von der Mühl Rosiner Chronikgruppe hatte eine kleine Ausstellung mit Schul- und Ortschroniken, Schulmeisterbiografien und Jubiläumsschriften aufgebaut.

Zirka 50 Teilnehmer bei 2. Fachtagung der Ortschronisten im Güstrower Kreishaus. Chronikgruppe Mühl Rosin besonders aktiv.

svz.de von
03. April 2017, 05:00 Uhr

Dass das sonnige Wetter am Sonnabend eine Massenwanderung in die Gärten auslöste, störte Harry Jahr nicht. Der Mühl Rosiner hatte sich voller Vorfreude für die Fachtagung für Ortschronisten des Landkreises im Güstrower Kreishaus angemeldet. „Die Arbeit in den Archiven ist ja manchmal eine Pflicht, aber solche Tagungen sind die Kür“, schwärmt er. Sehen, woran andere forschen, sich mit Gleichgesinnten austauschen und viel Neues erfahren sei ideal für Motivation und Inspiration. Als Mitglied der Gruppe der Mühl Rosiner Ortschronisten durchforstet er die Zeitungen auf der Suche nach Informationen über die Inselseegemeinde. „Ich habe beim Jahrgang 1933 angefangen und bin jetzt bei 1943. Im Stadtarchiv und in der Historischen Bibliothek bekomme ich jede Unterstützung für meine Recherchen“, lobt er.

Mit Wolf Völker hatten die Organisatoren – unter anderem der Landkreis und die Stiftung Mecklenburg – sogar einen Mühl Rosiner Ortschronisten als Referenten gewonnen. Er sprach über Schulkonferenzprotokolle als ideale Quelle für Ortschronisten. Dazu hatte Völker eine kleine Sammlung von Chroniken, Heimatheften, Biografien und Jubiläumsschriften aufgebaut. „Gerade in Ortschroniken findet man Hinweise auf die Schule. Und wenn es nur ein Satz oder ein Abschnitt ist, kann das doch weiterhelfen“, befand er. Zurzeit arbeitet der Professor mit Guntram Trost am 14. Heft der „Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Mühl Rosin“. Andere Gruppenmitglieder erfüllen andere Aufgabe. So ordnen Annegret Warning und Erika Krebs das Archiv der Gemeinde. „Und Hannelore Wagner und Behrend Böckmann verarbeiten Fakten aus der Region zu Geschichten, die eine auf Hoch-, der andere auf Niederdeutsch“, beschreibt Völker.

Aus Schwiessel war Roberto Hentschel in die Kreisstadt gekommen. Der 54-Jährige arbeitet als ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger und erforscht die Historie des Ortes. Die Saat für dieses Hobby sei bei ihm im Alter von elf Jahren gelegt worden, als er bei der von Rolf-Peter Bartz aufgebauten Gruppe „Junge Heimatforscher“ in Tellow mitgewirkt habe. Aus dem Tagungsprogramm interessierten ihn vor allem zwei Vorträge: die Ratschläge zur Führung von Zeitzeugengesprächen, die Tagungsleiter Reno Stutz gab, und die rechtlichen Fragen, die bei der Publizierung von Archivalien zu beachten seien. Zu letzterem Thema sprach Tobias Sofka, Leiter des Archivs des Landkreises Rostock. Seine Kernaussage: „Man darf nur veröffentlichen, wofür man die Rechte besitzt. Auch wenn man Eigentümer einer Archivalie ist, hat man nicht automatisch die Nutzungsrechte.“

Bis in den späten Nachmittag hinein tauschten sich die Ortschronisten auf dieser zweiten Tagung in Güstrow aus. Die sehr gute Resonanz von zirka 50 Ortschronisten veranlasste Landrat Sebastian Constien zu dem Versprechen, aus dem Treffen eine jährliche Tradition werden zu lassen.

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