Güstrow : Inselsee: Kampf gegen Gänsedreck

Gestern am Güstrower Inselsee: Die Wildgänse haben den beliebten Badestrand schon vor Saisonbeginn wieder in Beschlag genommen.
Foto:
1 von 2
Gestern am Güstrower Inselsee: Die Wildgänse haben den beliebten Badestrand schon vor Saisonbeginn wieder in Beschlag genommen.

Stadt und Landkreis starten neuerlichen Versuch Wildgänse vom Badestrand fernzuhalten

von
16. März 2016, 05:00 Uhr

Wenn in der nächsten Woche die Schneezäune Richtung Suckow und zum Krankenhaus abgebaut werden, verschwinden sie nicht wie sonst üblich in der Versenkung. Ein neuer Auftrag wartet auf sie. Die Zäune sollen Wildgänse davon abhalten den Badestrand am Inselsee zu erreichen und sich dort häuslich einzurichten. Dazu werden Mitarbeiter des Stadtbauhofes die Schneezäune im Wasser aufstellen.

In welchem Abstand zum Ufer sie eine Barriere für das Federvieh bilden sollen, ist vor Ort zu entscheiden, informiert Karin Bartok. „Zusätzlich werden auch wieder die Absperrungen an Land postiert“, fügt die Stadtsprecherin hinzu. Somit wolle man es den Tieren „so schwer wie möglich machen“. Die Gänse sollen mit ihren Gösseln nicht an Land kommen und sich notgedrungen einen anderen Platz suchen. Bevor die Badesaison startet, so die Hoffnung, sind die Gänse vielleicht schon weg und die Schneezäune kommen aus dem Wasser und ins Lager, erklärt Bartok.

Ungetrübte Badefreuden im Sommer liegen insbesondere Erich-Alexander Hinz am Herzen. Deshalb begrüßt der Hotelier den neuerlichen Versuch das Problem mit den unangenehmen Hinterlassenschaften der Wildgänse auf der Liegewiese zu lösen. Er selbst wolle mit seiner Frau – beide Jäger – mit dem Jagdhund an der Leine am Badestrand spazieren gehen, was den Gänsen und Enten nicht gefallen dürfte. So sei es abgesprochen. Alle Versuche der vergangenen Jahre, der Plage Herr zu werden ohne rigoros in die Natur einzugreifen, waren eher von bescheidenem Erfolg gekrönt. „Aber es muss etwas geschehen“, betont Hinz. Vielleicht könne „ein freundliches Abschieben in eine andere Ecke des Sees“ dieses Jahr gelingen.


Gänsen Grünfläche bei Bölkow anbieten


Stadt und Landkreis, der Hotelier und ein Landwirt aus Kirch Rosin wollen diesmal an einem Strang ziehen und haben dazu einen „Schlachtplan“ entwickelt. Sollen die Wildgänse vom Inselseestrand verschwinden, muss ihnen ein neues Revier angeboten werden. Das wurde in Absprache zwischen der Unteren Naturschutzbehörde und einem Landwirt zwischen Mühl Rosin und Bölkow gefunden. „In dem Bereich ist der Schilfgürtel eher schmal und schütter und auch der Bewuchs am Ufer mit Erlen und Weiden eher karg“, berichtet Thorsten Manthey von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises. Am Montag wurden das Schilf beräumt und Gehölze entfernt. Damit bekommen die Wildgänse mit ihrem Nachwuchs die Möglichkeit an der Stelle an Land zu gehen, solange dieser noch nicht flügge ist. „Und es sind nahrungsreiche Wiesen, die die Tiere über die Landungsbrücke erreichen“, betont Manthey. Früher sei es üblich gewesen, dass Rinderkoppeln bis ans Ufer reichten. „Automatisch standen die Weiden den Wildvögeln zur Verfügung“, erinnert Manthey. Seit es diese Möglichkeit am Inselsee nicht mehr gibt, blieb den Wildgänsen und ihrem noch nicht flüggen Nachwuchs nur der Badestrand.

Der Mitarbeiter der Naturschutzgehörde sieht gute Chancen, dass die Tiere das Ausweichrevier annehmen. Schließlich seien sie nicht unbedingt auf die Nähe von Menschen erpicht. Ein 100-prozentiger Erfolg sei sicher nicht zu erwarten. „Gänse, die im Nahbereich des Badestrandes brüten, werden weiterhin versuchen, dort mit ihren Gösseln an Land zu gehen“, erklärt Manthey, sieht die jetzt vereinbarten Maßnahmen aber als „Schritt in die richtige Richtung“.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen