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Schlossstraße Güstrow : Innungsschild hängt am originalen Arm

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Ehemaliger Hausvater reagiert auf angekündigte Sanierung des Schlossstraße 6 in Güstrow.

von
erstellt am 04.Jul.2017 | 12:00 Uhr

Fast 36 Jahre hat Dietrich Wintzer (81) im Pflegeheim „Abendfrieden“ in der Schlossstraße 6 in Güstrow gearbeitet. Mit Interesse las er von der Sanierung des Hauses, in dem zwölf Wohnungen eingerichtet werden sollen (SVZ berichtete). Hinzu fügen möchte er sein Wissen über das Innungsschild am Haus, das als Nachbildung zur 750-Jahr-Feier Güstrows 1978 wieder angebracht worden war.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als es in der Schlossstraße 6 das Gasthaus „Zum Storchennest“ gab, trafen sich sich dort Schlosser, Messer-, Huf- und Waffenschmiede in einem Innungszimmer, berichtet Dietrich Wintzer. Deshalb hing ihr Innungsschild an der Fassade. Das Schild datiert aus dem Jahr 1634. Seinen Platz habe es immer dort gehabt, wo es das Innungszimmer gab. Dietrich Wintzer hatte sich seinerzeit bemüht herauszufinden, wo das über die Jahrhunderte war. Zwei vorherige Standorte soll es gegeben haben. Infrage dafür kamen die Hageböcker Straße, der Grüne Winkel oder die Philipp-Brandin-Straße. „Ganz genau haben wir es nicht herausgefunden“, erzählt der Güstrower.

Das Innungszimmer sei zu seiner Zeit im Haus Abendfrieden als Raum für die Christenlehre genutzt worden. „An den Wänden über dem Paneel waren die Innungszeichen der Handwerker verewigt“, erinnert sich Dietrich Wintzer und fügt hinzu: „Die haben wir einfach mit Tapeten zugeklebt. Sie müssen heute noch zu finden sein.“

Der Arm, an dem das Innungsschild hängt, sei original. Das Schild selbst, das im Museum ist, habe man nachbauen lassen. „Dafür hatte es sogar 2000 DDR-Mark vom Rat des Kreises gegeben“, merkt Dietrich Wintzer an und kann noch die Handwerker benennen, die es anfertigten: Wolfgang Stark, Udo Hoffmann, Karl Eigenbrod und Theo Hinrichs. Auf das Schild ließ Dietrich Wintzer einen Engel setzen. „Eine Figur darauf war üblich, aber es gab wohl keine Regeln dafür“, berichtet der 81-Jährige. Also habe er sich Innungsschilder angesehen und letztlich für den Engel entschieden. Der passe zum „Abendfrieden“, habe er gemeint.

Stets, so der 81-Jährige, sei er sich bewusst gewesen in einem historisch wertvollen Haus zu wohnen und zu arbeiten und eigentlich sei immer daran gebaut worden. So hatte das Altenheim, als er dort als Hausvater anfing, 42 Bewohner. Später reduzierte sich die Zahl auf 35. „Im Anbau gab es viele sechs Quadratmeter kleine Zimmer,“ berichtet Dietrich Wintzer. Immer wenn ein Zimmer frei wurde, wurden zwei zusammengefügt. Zunächst habe das Altenheim zur Pfarrgemeinde gehört, ab Anfang der 1990er-Jahre dann zum Diakonischen Werk Schwerin.

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