Natur im Garten : Infiziert vom Gartenvirus

Über die Vorzüge und Probleme der Rosen sprechen Gerhard Reinhold und Brigitte Henka. Fotos: REgin MAI
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Über die Vorzüge und Probleme der Rosen sprechen Gerhard Reinhold und Brigitte Henka. Fotos: REgin MAI

Reinholds in Tessin öffneten im Rahmen der Aktion Natur im Garten ihr Refugium mit um rund 200 Rosen.

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30. Juni 2019, 20:00 Uhr

Ballerina steht in üppiger Blüte ebenso wie die Alan Titchmar, eine Rose des englischen Züchter David Austin. Daneben komplettieren Malven in vermittelnden Farbtönen die Pracht im Garten von Erika und Gerhard Reinhold in Tessin. Vor sieben Jahren waren die Eheleute sich einig, dass die Zeiten eines Bolzplatzes im Garten vorbei waren. Inzwischen haben sie sich den Rosen und den Stauden verschrieben und achten dabei darauf mit der Natur und nicht gegen sie zu gärtnern. Zum zweiten Mal öffneten sie ihr rund 850 Quadratmeter großes Refugium innerhalb der Aktion „Natur im Garten“.

Die Gartenplakette informiert schon seit einigen Jahren am der Eingangspforte darüber, dass in diesem Garten gesund erhalten wird, was gesund macht. Pestizide und Herbizide sind tabu, bei Rosen nicht einfach. Deshalb legt Gerhard Reinhold in erster Linie Wert auf gesunde Rosen, solche, die sich selbst gegen die üblichen Krankheiten – Sternrußtau und Mehltau – stark machen. Welken doch mal Blätter dahin, wird das akzeptiert.

Brigitte Henka aus Steinhagen staunt nicht schlecht. Nicht nur, dass der Tessiner alle seine rund 200 Rosen im Garten mit Namen kennt, er kann sie auch den Sorten zuornden, kennt ihre Herkunft und hat Tipps für die Pflege parat. Dabei schöpft er aus einem reichen Erfahrungsschatz. „Ich habe nur 20 Rosen im Garten und dachte immer die brauchen viel Platz um sich herum. Hier sehe ich, dass es auch funktioniert, wenn sie dicht an dicht gepflanzt sind“, staunt Brigitte Henka. Schauen, wie andere ihre Gärten gestalten und welche Erfahrungen sie dabei sammeln, war der Steinhagenerin Anlass für eine Tour zu den offenen Gärten am Wochenende zu gehen.

Viel Zeit haben sich die Reinholds für ihre Gäste genommen. Dabei wurde ganz schnell deutlich, wie sehr sie vom Gartenvirus infiziert sind. Erst kamen immer mehr Rosen in den Garten. Dann wollte Gerhard Reinhold sie auch vermehren, um dann folgerichtig den Schritt zur Züchtung zu gehen. In der Gesellschaft deutscher Rosenfreunde fand er Gleichgesinnte und lernte ständig dazu. Längst stehen von ihm gezüchtete Rosen im Garten und auf Regalen unzählige Töpfe mit frischen Sämlingen, allesamt penibel beschriftet. „Das muss sein, um den Überblick zu behalten“, betont der Senior. Mindesten fünf Jahre vergehen, bis eine Rose Gartenreife erreicht. Erst könnte sie in die Vermehrung gehen. „Die kleine Tessinerin“ von Gerhard Reinhold macht als Geschenk unter Rosenfreunden bereits die Runde.

Als die Gäste aus Steinhagen gegangen sind, kann der Hobby-Rosenzüchter am Sonnabend gegen halb Fünf ein bisschen geschafft, aber sehr angetan von interessanten Gesprächen mit rund 50 Besuchern erstmals an diesem Tag selbst Platz nehmen und durchatmen.

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