Jugendhilfe : In vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt

Susanne Braun, seit zehn Jahren Leiterin des Zentrums in Schabernack, zeigt ein dünnes Programmheft der ersten Jahre und das gelbe über 200 Seiten dicke Programm dieses Jahres.
Susanne Braun, seit zehn Jahren Leiterin des Zentrums in Schabernack, zeigt ein dünnes Programmheft der ersten Jahre und das gelbe über 200 Seiten dicke Programm dieses Jahres.

Seit 20 Jahren ist das Zentrum für Praxis und Theorie in Schabernack eine feste Adresse für Fachkräfte der Jugendhilfe im Land

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04. Februar 2014, 06:00 Uhr

Ein Fachtag „offene Hortarbeit“, ein Seminar „Psychische Störungen bei Jugendlichen erkennen und verstehen“, Supervision und Beratung – das Programm des Zentrums für Praxis und Theorie der Jugendhilfe ist umfangreich. Seit 20 Jahren ist die staatlich anerkannte Einrichtung der Weiterbildung in Güstrow-Schabernack ein Mittelpunkt des Landes für Fortbildung für diejenigen, die mit Kindern und Jugendlichen unmittelbar zu tun haben. Ihr Angebot ist mit der Zeit stetig gewachsen.


Themenangebote ständig erweitert


„Wir haben uns in den Jahren enorm weiter entwickelt, nicht nur mit unseren Themenangeboten, sondern auch unsere Zielgruppen betreffend“, sagt Dr. Susanne Braun, Leiterin des Zentrums. So kommen nicht nur Lehrer und Erzieher, um sich hier weiterzubilden, sondern auch Hortnerinnen, Schulsozialarbeiter oder Jugendamtsmitarbeiter. Vergangene Woche ist das zwölfköpfige Team des Zentrums in Klausur gegangen. „Es ist toll, wie wir hier als Team schon über Jahre hinaus vordenken“, so die Leiterin, die der guten Zusammenarbeit der Mitarbeiter die spürbare Weiterentwicklung der Einrichtung zuschreibt. „Und das Konzept ist aufgegangen“, fasst Susanne Braun zusammen.

Für die zukünftige Arbeit wurden jetzt wichtige Punkte erarbeitet. „Wir wollen unser Augenmerk noch stärker als bisher auf unser Kerngeschäft, die Kinder- und Jugendhilfe, legen und insbesondere für unsere Zielgruppe da sein“, so die Leiterin. Da gebe es noch sehr viel zu tun, wenn auch ein Grundstock der Weiterbildung gelegt sei. So werde beispielsweise ein neuer Fortbildungsschwerpunkt für Hortpädagogik angeboten. Aufmerksamkeit wird aber auch auf den Umgang mit Kindern gelegt, mit denen viele nicht weiter kommen und es gibt Angebote für Betreuung in Frühpädagogik. Auch Inklusion werde in Zukunft wichtig sein. Da stehe insbesondere die Frage, wie wirkliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung aussehe.

Wünschen würde sich die 49-jährige Diplom-Pädagogin noch etwas mehr Unterstützung von Landesseite. „Wir können die Arbeit nur mit gut ausgebildeten Pädagogen tun“, erklärt sie. Die Einrichtung in Schabernack sei die einzige bundesweit, die nicht direkt an ein Ministerium angeschlossen ist. Sie wird vielmehr von einem Verein getragen, zu dem unter anderem das Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales MV, der Landesjugendring, der Landkreistag MV und die Universität Rostock, Fachbereich Allgemeine Pädagogik und Sozialpädagogik, gehören. Das sei finanziell immer wieder ein Balanceakt.

Themen für Weiterbildungen gebe es immer wieder genügend. „Durch unsere Arbeit als Beraterinnen, für die wir auch an der Basis unterwegs sind, wissen wir, wo Bedarf besteht“, sagt Susanne Braun, die 1995 als Referentin Jugendarbeit in Schabernack begann. Seit zehn Jahren steht sie an der Spitze des Teams. Ihr Anliegen, Fachkräften neben der kompetenten Versorgung auch alles Notwendige für das leibliche Wohl zu bieten, hat sie inzwischen umgesetzt. Zu den sechs pädagogischen Mitarbeitern und vier Verwaltungskräften gehören zwei Servicekräfte, die sich bei Seminaren um Speisen und Getränke kümmern.


Kinderschutzkonferenz wieder in Güstrow


Der Start ins Jahr 2014 wurde bereits am 8. Januar mit einer Weiterbildung für Kinder in den ersten drei Lebensjahren begonnen. Auf eine Veranstaltung sei noch besonders hingewiesen: Am 27. Februar steht die 8. Kinderschutzkonferenz zum Thema „Keine Entwarnung: Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen“ an. In Kooperation mit der Verwaltungsfachhochschule Güstrow wird diese auch vom Zentrum für Praxis und Theorie der Jugendhilfe verantwortet. „Wenn es um Kinderschutz geht, kommt es auf die gute Vernetzung an“, weiß Susanne Braun. Darum sind bei dieser Konferenz Fachkräfte aus Justiz und Polizei ebenso eingeladen wie aus Bildung, Gesundheits- sowie Kinder- und Jugendhilfe. Anmelden kann man sich unter Telefon 0 38 43/ 8 33 80 oder per Mail unter info@schabernack-guestrow.de.

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