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Kunsthaus Güstrow : In Sprache verständigt, die jeder versteht

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Projekt im Kunsthaus vereint Flüchtlinge, Menschen mit Behinderungen und andere Kunstinterressierte.

svz.de von
erstellt am 21.Apr.2016 | 12:00 Uhr

Geredet wurde in Deutsch, Englisch und Arabisch, aber nicht immer verstanden die Teilnehmer des zweitägigen Kunstkurses einander. Die internationale Sprache der Kunst hingegen stellte Verständigung her. Jason Krumbein, Assistent für Freizeitgestaltung auf dem Wichernhof in Dehmen, hatte das Projekt „Erlebnispalette“ für Flüchtlinge, Menschen mit Behinderungen und kunstinteressierten Bürgern organisiert. Im Güstrower Kunsthaus und der Ehrenamtsstiftung MV fand er Mitstreiter und mit Amina Appelt und dem auch als Kunsttherapeuten arbeitenden Maler Clas P. Köster gewann er zwei Künstler für sein Vorhaben. Gestern startete die „Erlebnispalette“ im Güstrower Kunsthaus.

„Die beiden Künstler haben verschiedene Techniken der Malerei und der Grafik vorgestellt und danach konnte jeder seine Fähigkeiten und Fantasien in eigenen Arbeiten ausleben“, schilderte Krumbein. Die sehr unterschiedliche Zusammensetzung des Teilnehmerkreises brachte Köster auf einen Nenner: „Egal welche Fertigkeiten oder Fähigkeiten ein Mensch hat oder nicht hat, sich über die Zeichnung oder über ein Bild ausdrücken, kann jeder schon von frühen Kindesbeinen an.“ Die verschiedenen Sichten und Biografien der Teilnehmer stellten einen Reichtum der Gruppe dar, die sich über die Kunst kennen und verstehen lernen.

Amina Appelt hatte einige Asylbewerber aus Damaskus und Aleppo zum Kursus mitgebracht. „Seit Oktober sind syrische Flüchtlinge in Pölitz untergebracht und seit Dezember hat sich ein kleines Team aus der Region gefunden, das die Flüchtlinge ehrenamtlich in Deutsch unterrichtet“, erzählte Appelt. Dabei war der Wunsch entstanden, diese Kommunikation auch in nonverbaler Form fortzusetzen.

Über eine Notiz in unserer Zeitung hatte Angelika Ohse von dem Projekt erfahren. „Ich betreibe Malerei nicht direkt als Hobby. Aber mitunter gibt es Situationen, da möchte ich Empfindungen, Erlebnisse oder Begegnungen über die Kunst wiedergeben. Außerdem bin ich sehr an Ausstellungen interessiert und lasse in der Region kaum eine aus“, erzählt die Güstrower Kantorin. Der im besten Sinn interkulturelle und inklusive Kursus geht heute zu Ende. Die während des Projektes entstandenen Arbeiten werden über Pfingsten zu „Kunst: offen“ in der Schlosskapelle Diekhof ausgestellt.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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