Kinder-Kunst-Kompass : In Sommerferien hoch hinaus

Jeden Montag können Interessierte den Kirchturm der Güstrower Pfarrkirche besteigen und Spannendes im Gotteshaus entdecken

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11. August 2015, 06:00 Uhr

Wie jeden Montag in den Sommerferien ging es auch gestern hoch hinaus über die Dächer von Güstrow. Im Rahmen des Sommerferienprogramms „Kinder-Kunst-Kompass“ lud die Pfarrgemeinde der St. Marienkirche um 10 Uhr zur Turmbesteigung ein. Pastor Matthias Ortmann übernimmt die Aufgabe der Führung gerne. „Es ist immer wieder schön, wie neugierig die Kinder sind“, sagt der langjährige Pastor. Und tatsächlich wagen nach der Begrüßung alle den Weg auf den Turm, zum Teil trotz vielleicht auch ein wenig Höhenangst.

Besonders spannend ist für die Kinder und auch die Eltern und Großeltern die Wohnung des Türmers, der noch vor fast 100 Jahren Wache über die Stadt hielt. Neben dem Türmer höchstpersönlich, in Form einer lebensgroßen Puppe, können hier auch Fundstücke, wie Kinderspielzeug oder Schulaufgaben aus dieser Zeit bestaunt werden. Der Pastor erklärt unter welchen Bedingungen die Familie des Türmers gelebt hat. Doch an dieser Stelle ist der Aufstieg noch nicht geschafft. Der etwa 45 Meter hohe Turm hält noch einige Stufen zum Zählen bereit. Oben angekommen, sind die Kinder mit 94 Stufen sehr nahe an der wirklichen Anzahl dran. Insgesamt seien es 95 Stufen, verkündet Pastor Ortmann.

Scheinbar nur wenig erschöpft vom Aufstieg, sehen sich die Kinder um, versuchen ihr Zuhause von oben zu erkennen. Einige von ihnen bewundern nicht zum ersten Mal die Aussicht. Lukas Lampricht ist bereits zum dritten Mal auf dem Turm, einmal war er auch schon mit der Schule dort, erzählt er. Seine Mutter Heike Lampricht wollte gerne die Wohnung des Türmers besichtigen, die beim letzten Besuch verschlossen gewesen sei. Auch für Familie Burowitz ist der Blick über Güstrow keine Premiere. Iris und Dirk Burowitz und ihre Kinder Yannick, Nelly und Mika nutzen gerne das Ferienprogramm. Am Mittwoch möchten sie schon das nächste Angebot wahrnehmen und den Bienen in der Imkerei Zielke zuschauen. Die Familie hat schon immer in Güstrow gelebt und die achtjährige Nelly macht sofort deutlich, wie wohl sie sich hier fühlt. „Ich liebe Güstrow“, sagt die Schülerin der zweiten Klasse.

Die meisten Teilnehmer der Turmbesteigung im Rahmen des Ferienprogramms seien Güstrower, registriert Heidi Walz von der Kirchenwache. Es kämen aber auch Urlauber oder Verwandte, die ihre Familie besuchen. Gestern hatten sich insgesamt sieben Kinder und fünf Erwachsene zum Blick über Güstrow eingefunden. Manchmal wären gar zu schönes Wetter ein Grund für weniger Besucher, stellt Heidi Walz fest. Doch bisher sei immer jemand da gewesen.

Als alle den Turm wieder herabgestiegen sind, lädt die Gemeinde noch zur Kirchenrallye ein. Eine Aufgabe ist es bestimmte Tiere in den Bil-dern und Ornamenten der Kirche zu suchen, so zum Beispiel den Storch über der Grabkapelle der gleichnamigen Familie. Als alle Tiere gefunden sind, geht es für Fami-lie Burowitz sogar zum zwei-ten Mal an diesem Tag auf den Turm – sie hatten zuerst vergessen, noch ein paar Erinnerungsfotos zu schießen. Ein schönes Motiv zu finden sollte bei diesem Ausblick jedoch kein Problem sein.

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