Liessow : In Sommer steigen sie aufs Rad

Bärbel Koschnitzke (l.) und Theresia Heinrich freuen sich auf die heutige Fahrradtour der Liessower Frauensportgruppe.
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Bärbel Koschnitzke (l.) und Theresia Heinrich freuen sich auf die heutige Fahrradtour der Liessower Frauensportgruppe.

Frauensportgruppe Liessow besteht seit rund 40 Jahren – Fitness und sozialer Zusammenhalt.

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30. Mai 2017, 12:00 Uhr

Zu einer Fahrradtour wird heute Abend um 19 Uhr in Liessow gestartet. Ein besonderes Ereignis ist das nicht – zwischen Mai und September steigen die Frauen jeden Dienstag aufs Rad. Von Oktober bis April trifft sich die Frauensportgruppe im Dorfgemeinschaftshaus. In den Sommermonaten aber zieht man die Bewegung an frischer Luft in der Natur vor.

Frauensport hat in Liessow Tradition. Seit rund 40 Jahren gibt es die Gruppe. „Zwei Sportlehrerinnen, Karin Zimmermann und Elke Rynat, haben sie ins Leben gerufen“, berichtet Bärbel Koschnitzke (60), die heute als Übungsleiterin fungiert. Bereits seit den 1980er-Jahren dabei ist Theresia Heinrich (78). Sie vertritt Bärbel Koschnitzke, wenn diese verhindert ist, und engagiert sich auch sonst für die Gruppe. Dabei ist es ihr nicht nur wichtig sich fit zu halten, der soziale Zusammenhalt in der Gruppe sei ein ebenso nenneswerter Faktor. „Post und Konsum, wo man sich früher traf, gibt es schon lange nicht mehr, also braucht man eine andere Gelegenheit, um sich auszutauschen“, erklärt die 78-Jährige. Nach der Sportstunde nimmt man sich die Zeit dafür.

In den Wintermonaten absolvieren die Frauen Übungen, die sie fit halten. Eine besondere Rolle spielt dabei eine Stärkung des Rückens, erzählt Bärbel Koschnitzke, die ihre Erfahrungen aus einer Rückenschule gern weitergibt. „Wir turnen auf Matten. Wer das nicht mehr kann, sitzt auf dem Stuhl und macht die Übungen mit, die er sich noch zutraut“, erklärt die Liessowerin. Die Gruppe von 15 Frauen sei schon seit Jahren stabil, aber eben auch in die Jahre gekommen. Neben den Mitgliedern Mitte 40 und Mitte 50 gibt es die um die 60 und eine große Fraktion der über 70-Jährigen. „Deshalb werben wir auch um Nachwuchs“, betont Bärbel Koschnitzke. Die Frauensportgruppe ist kein Verein, hält dennoch zusammen und ist offen für Neues.


Beim Kartenspiel auch Männer mit am Tisch


Auch die Radtouren, die vor Jahren bis Hohen Sprenz führten, sind von der Distanz heute dem Alter angepasst. „Oder wir bilden zwei Gruppen, starten aber zusammen. Die Jüngeren nehmen dann eine längere Strecke“, berichtet Bärbel Koschnitzke. Die Gruppe trifft sich auch mal zum Kegeln, oder zum Grillen. Man denkt daran, wenn Gruppenmitglieder Geburtstag haben und hat auch schon eine gemeinsame Tagesfahrt unternommen. Und: Aus der Sportgruppe heraus wurde die Idee eines weiteren Treffs verwirklicht. „Fast alle aus der Sportgruppe sind dabei, aber es kommen auch sechs Männer dazu“, berichtet Theresa Heinrich. An zwei Tischen werde Skat gespielt, ansonsten Rommee und Mensch-ärgere-dich-nicht. Immer am zweiten Donnerstag im Monat trifft man sich bei der Feuerwehr. „Ich finde es schön, dass sich das so gut entwickelt“, betont Bärbel Koschnitzke. Fürs Dorfleben sei das ungemein wichtig, fügt sie hinzu.

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