zur Navigation springen

Baltisch-Mitteldeutscher Pilgerweg : In Güstrow eröffnet neues Pilgerzentrum

vom

Am Sonntag wird eine neue Pilgerherberge auf dem Baltisch-Mitteldeutschen Weg (Jakobsweg) in Güstrow eröffnet. Im Gemeindehaus der Katholischen Gemeinde sollen künftige Pilger übernachten können.

svz.de von
erstellt am 26.Okt.2012 | 11:24 Uhr

Güstrow | Am Sonntag wird eine neue Pilgerherberge auf dem Baltisch-Mitteldeutschen Weg (Jakobsweg) in der Barlachstadt eröffnet. Im Gemeindehaus der Katholischen Gemeinde Güstrow sollen künftige Pilger übernachten können. Nach dem Gottesdienst um 10 Uhr und der Einweihung der Herberge gegen 11 Uhr ist ein Pilgerwanderung von Güstrow nach Karcheez geplant. In der dortigen Kirche erwartet die Teilnehmer der Pilgersegen.

Baltisch-Mitteldeutscher Pilgerweg gekennzeichnet

Mit Leiter und mehreren Pilgerzeichen ausgerüstet machte sich der Güstrower Wilhelm Reichel in dieser Woche auf den Weg durch die Stadt. Er kennzeichnete den ersten Teil des Baltisch-Mitteldeutschen Pilgerweges, der durch Güstrow führt. An der Schleuse, direkt am Güstrow-Bützow-Kanal, begann die Kennzeichnung. An die jeweils vorhandenen Hinweisschilder brachte der 68-Jährige die Aufkleber mit der angedeuteten gelben Muschel auf blauem Untergrund an. "Die Strahlen auf dem Pilgerzeichen sollen die Pilgerwege in Europa zeigen - die sich in Santiago, im Brennpunkt, bündeln", sagt Wilhelm Reichel. Solche Zeichen bringt er nun überall in Güstrow an. Von der Schleuse führt der Weg durch den Heideweg, die Tivolistraße in die Grüne Straße. Genau hier wurde aber noch kein Pilgerzeichen gesetzt. "Das werden wir am Sonntag tun", lässt der Pilger wissen. Dann geht es weiter, unter anderem an der Pfarrkirche auf dem Markt und dem Domplatz wird es ein Kennzeichen geben. Über die Nachtigallenbrücke geht es über die Sumpfwiesen und den Langendammschen Weg wieder aus Güstrow heraus weiter in Richtung Groß Upahl.

Als Regionalbeauftragter der Deutschen Jakobus-Gesellschaft ist Wilhelm Reichel für die Wege in Mecklenburg-Vorpommern zuständig. Er freut sich sehr, dass es nun auch einen Weg durch Güstrow gibt. "Insbesondere weil heraus gefunden wurde, dass Güstrow und Sternberg zwei Pilgerorte gewesen sind", sagt der 68-Jährige.

Der Baltisch-Mitteldeutsche Weg führt von Rostock nach Perleberg. Künftig können sich die Pilger entscheiden, ob sie von Schwaan aus über Bützow oder über Lüssow und Güstrow nach Sternberg und Demen weiter gehen wollen. Von Schwaan nach Güstrow sind es immerhin 22,5 Kilometer. Wer hier eine Rast machen möchte, kann dies im katholischen Gemeindehaus tun. "Pilger zahlen nichts für die Unterkunft, aber sie geben einen Obolus", erklärt der passionierte Pilger. Wenigstens einen Betrag von fünf Euro sollten Pilger für eine Unterkunft und Wasserverbrauch geben. Ganz wichtig: Jeder Pilger sollte einen Pilgerausweis besitzen, um in einer Pilgerherberge zu übernachten. "Den bekommt man bei der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft in Aachen", informiert Wilhelm Reichel. Über das Internet kann man sich ein Formular herunter laden oder aber anrufen und sich einen Pilgerausweis schicken lassen.

Seit Mai 2005 arbeiten der "Freundeskreis der Jakobswege in Norddeutschland" und Mitglieder der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft, Region Norddeutschland, an der Belebung der alten Pilgerwege. Seit mehr als 1000 Jahren führen Pilgerwege u. a. von Skandinavien oder dem Baltikum durch Deutschland und Frankreich nach Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens, wo sich der Legende nach das Grab des Apostels Jakobus befindet. 730 Kilometer Pilgerwege führen durch Mecklenburg-Vorpommern, die in ehrenamtlicher Arbeit erarbeitet, markiert und beschrieben wurden. Von der Barlachstadt Güstrow aus sind es 3245 Kilometer bis Santiago de Compostela.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen