Freiwilligendienst : In einem Jahr viel gelernt

Die Zwillinge Antonia und Natalie Hamann (v.l.) sind von ihrem einjährigen Auslandsjahr zurück.
Die Zwillinge Antonia und Natalie Hamann (v.l.) sind von ihrem einjährigen Auslandsjahr zurück.

Antonia und Natalie Hamann (20) aus Güstrow sind nach ihrem Freiwilligendienst im Ausland mit guten Erfahrungen zurück.

svz.de von
15. September 2017, 05:00 Uhr

Vor einem Jahr machten sich die Güstrower Zwillinge Antonia und Natalie Hamann (20) auf den Weg in einen Freiwilligendienst. Jetzt sind sie zurück gekehrt und haben viele Erlebnisse und Erfahrungen im Gepäck. „Wir können nur jedem empfehlen, ein solches Jahr zu absolvieren“, sind sie sich einig. Sie hatten sich hierbei an die Trägerorganisation „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners“ gehalten.

Antonia verbrachte das Jahr in Kanada, auf Vancouver Island. Auf der Glenora-Farm in der Camphill-Community lebte sie mit Menschen mit Behinderung. „Es war toll. Ich habe viele Erfahrungen gesammelt. Vor allem habe ich gelernt, Geduld mit Menschen zu haben“, sagt sie. In dieser Gemeinschaft verdiene niemand Geld, aber alle würden an Dingen arbeiten, die für jeden nützlich seien. So gebe es einen Holzofen für das Haus, für den das Holz heran geschafft werden müsse. In einer Weberei würden Dinge für einen kleinen Laden hergestellt. Für Antonia war einiges neu. „Ich habe im Garten viel gelernt, musste vieles anpflanzen“, erzählt die 20-Jährige. Sie war mit weiteren Freiwilligen und der Hausmutter für sechs Menschen mit Behinderung zuständig, half ihnen beim Anziehen und Waschen und lernte dort zu kochen. „Die familiäre Atmosphäre hat mir den Einstieg dort leicht gemacht“, erzählt Antonia Hamann.

Ihre Zwillingsschwester Natalie war in Great Barrington (USA) ebenfalls in einer Lebensgemeinschaft für Menschen mit Behinderung tätig. Für fünf Betreute hatte sie mit einem weiteren Freiwilligen und der Hausmutter zu sorgen. Auch hier war Hilfe beim Anziehen und der Frühstücksversorgung notwendig. „Einer der Bewohner arbeitete auf der Hühnerfarm und ein anderer in der Weberei“, erzählt Natalie Hamann. Es habe aber auch Kunstunterricht, therapeutisches Reiten oder ähnliches gegeben. Die Güstrowerin musste aber auch für die acht Leute in ihrer Wohngemeinschaft kochen. „Das war sehr neu für mich, aber ich habe dabei viel gelernt“, sagt sie. Manchmal habe sie sich wie eine „Mutti“ gefühlt. Beispielsweise musste sie trösten, wenn jemand traurig war. Die 20-Jährige habe aber auch gelernt „multitaskingfähig“ zu sein, also mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. In ihren sechs Wochen Ferien besuchte Natalie ihre Schwester in Kanada und gemeinsam haben sie sich ein Stück der Welt auf dem anderen Kontinent angeschaut.

„Wir sind echt dankbar, dass wir Förderer gefunden haben. Insbesondere hat uns der Bölkower SV unterstützt. Vielen Dank an alle“, sind sich die Zwillinge einig. Beide werden jetzt ein Studium beginnen, beide Fachrichtung Psychologie. Antonia hat eine Zusage von der Universität in Amsterdam und Natalie wird voraussichtlich in Landau in der Pfalz studieren. Im Gepäck haben sie viele gute Erfahrungen des Freiwilligendienstes, die sie sicher für ihr weiteres Leben gut gebrauchen können.


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