Fliegerhorst Kronskamp : In der Region fest verankert

Wiederholt lud  das Geschwader auf seinen Fliegerhorst Laage-Kronskamp zu einem Tag der offenen Tür ein, zuletzt am 23. August dieses Jahres.
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Wiederholt lud das Geschwader auf seinen Fliegerhorst Laage-Kronskamp zu einem Tag der offenen Tür ein, zuletzt am 23. August dieses Jahres.

SVZ-Serie: Die Geschichte des Fliegerhorstes Kronskamp / Teil 4 (Schluss): Vom Erprobungs- zum Ausbildungsgeschwader

svz.de von
12. November 2014, 23:00 Uhr

30 Jahre ist der Start für den Flugbetrieb in Laage-Kronskamp her. In einer mehrteiligen SVZ-Serie beleuchtet der Militärjournalist Dieter Flohr Hintergründe der Entstehung und den Werdegang des Flugplatzes vom rein militärischen zum zivil und militärisch genutzten.

Mit der politischen Wende in der DDR im Herbst 1989 und der deutschen Einheit ein Jahr später sollte auch die Geschichte des Laager Flugplatzes eine Zäsur erfahren. Am 3. Oktober 1990 wurde aus dem Jagdfliegergeschwader 3 „Wladimir Komarow“ der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR in Preschen das Jagdgeschwader 3 der Bundeswehr. Erst seit zweieinhalb Jahren mit der MiG-29 „Fulcrum“ ausgerüstet, wandelte es zum „Erprobungsgeschwader MiG-29“ der Bundesluftwaffe.

Im Juli 1991 wurde entschieden, die „Fulcrums“ für zwölf weitere Jahre im Dienst zu behalten, vermutlich auf Anraten der Verbündeten und Erfahrungen aus dem ersten Irak-Krieg. Die 24 russischen Jets – 20 Einsitzer und vier doppelsitzige Trainer – sollten in einen „Phantom“-Verband integriert und mit diesem auf einem Flugplatz in den neuen Ländern zusammengeführt werden. 1993 wurde klar: Das Jagdbomergeschwader JaboG 35, das schon ab 1991 von Faßberg aus eine Alarmrotte zur Überwachung des ostdeutschen Luftraumes gestellt hatte, sollte den westdeutschen Part übernehmen. Als gemeinsame Basis wurde Laage bestimmt.

Bis Ende 1994 hatten alle MiG-29 nach Laage verlegt. Die ersten F4F „Phantom“ aus Sobernheim kamen im Juli 1997 hinzu. Am 18. September 1997 wurde das Jagdgeschwader 73 am Standort Laage neu in Dienst gestellt und erhielt den Traditionsnamen „Steinhoff“, benannt nach dem ersten Inspekteur der Bundesluftwaffe.

Viereinhalb Jahre lang gab es in Laage die einzigartige Situation, dass Ost- und West-Flugzeuge gemeinsam im selben Nato-Verband flogen. Nachdem 2002 die „Phantom“ ausgedient hatten, wurde im April 2004 der Eurofighter zugeführt. Für kurze Zeit, bis August 2004, operierte das JG 73 „S“ noch einmal mit zwei verschiedenen Flugzeugmustern. Dann wurde auch die „rote Diva“ genannte MiG-29 in Deutschland außer Dienst gestellt. Für einen symbolischen Euro erwarben die polnischen Luftstreitkräfte die noch einsatzfähigen MiGs.

Aus dem Jagdgeschwader wurde nun ein Trainingsgeschwader.


Das Geschwader „Steinhoff“ Laage heute


Das Geschwader in Laage ist einer von derzeit drei Verbänden der Luftwaffe, die mit dem Kampfflugzeug Eurofighter ausgerüstet sind. Sein Hauptauftrag besteht in der Ausbildung aller für dieses Luftfahrzeug vorgesehenen Piloten der deutschen Luftwaffe und der Republik Österreich sowie in der Unterstützung der fliegerischen Ausbildung neuer Nato-Mitglieder wie z.B. Polen. Bei Bedarf hat das Geschwader aber auch gemeinsam mit anderen Geschwadern der Luftwaffe die Sicherung des deutschen Luftraumes zu übernehmen.

Laage-Kronskamp, ein Erbe der NVA, ist heute der größte und modernste deutsche Fliegerhorst. Das Geschwader ist zu einem wichtigen Arbeitgeber in der Region geworden. Die Infrastruktur mit modernsten Simulator- und Ausbildungseinrichtungen sowie neuen Hangars für die insgesamt 32 Jets, die für den Verband geplant sind, ist weitestgehend fertig gestellt. Seit gut einem Jahr in Taktisches Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ umbenannt, sollte es an seinem Standort Laage-Kronskamp gute Voraussetzungen haben, um auch weitere Strukturwandel der Bundeswehr überstehen zu können. Auch für den Betrieb des zivilen Regionalflughafens bleibt das ein großer Vorzug.

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