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Zusammenlegung gescheitert : In Bockhorst bleibt’s bei zwei Schulen

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Die geplante Zusammenlegung der Berufsschulen am Standort Güstrow-Bockhorst ist geplatzt. Bemühungen, die beiden Einrichtungen unter eine einheitliche Leitung zu stellen, scheiterten an gesetzlichen Hürden.

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erstellt am 30.Jan.2012 | 11:30 Uhr

Güstrow | Der Strom der Interessenten, die sich am Sonnabend in den Beruflichen Schulen in Güstrow-Bockhorst informieren wollten, riss nicht ab. Jugendliche, die die Absicht haben, den Beruf eines Erziehers zu erlernen oder am Fachgymnasium Sozialpädagogik das Abitur für die Allgemeine Hochschulreife zu erwerben, sahen sich in den Einrichtungen um. Und es kamen viele ehemalige Azubis, um den modernen, nun fast fertig sanierten Komplex in Augenschein zu nehmen.

In Bockhorst sind die zum Landwirtschaftsministerium gehörende Fachschule für Agrarwirtschaft des Landes und zwei Berufliche Schulen des Landkreises Rostock, Einrichtungen des Bildungsministeriums, ansässig. Ursprüngliche Bemühungen, diese Einrichtungen unter eine einheitliche Leitung zu stellen, scheiterten an gesetzlichen Hürden. So leitet Gisela Spangenberg die Fachschule, während Regina Hemesath ihre sechsjährige Abordnung als Schulrätin beendete und die beiden Beruflichen Schulen übernahm. "Geblieben sind die Synergieeffekte, die sich aus dem Nebeneinander auf dem Campus ergeben.

Einzugsbereich endet an Grenzen von Landkreis und Hansestadt

So nutzen beide Einrichtungen Unterrichtsräume, Labore, Veranstaltungsräume oder sind sogar Lehrer für beide Schulen tätig", sagt Regina Hemesath. Wobei auch die Berufliche Schule vor Veränderungen steht. Die derzeitige Konstellation einer Beruflichen Schule Handwerk, Industrie und Sozialpädagogik (HIS) mit 1019 Azubis, einer Beruflichen Schule Wirtschaft und Verwaltung mit 457 Lehrlingen und einer Beruflichen Schule mit land- und forstwirtschaftlicher Ausrichtung in Jördenstorf mit knapp 500 Azubis endet am 31. Juli. Nach einem Beschluss des Kreistages erfolgt ab 1. August 2012 die Neugründung zur Beruflichen Schule Güstrow. Wegen der hohen Schülerzahlen wird es zunächst noch eine Nebenstelle in Jördenstorf geben müssen.

Von derartigen Strukturfragen zeigten sich die jungen Leute eher unberührt. Sie wollten wissen, was sie in Bockhorst lernen können und welche Bedingungen sie vorfinden. Und stießen dabei manchmal auf ganz andere Probleme. Wie Anika Wendland, die Erzieherin werden und später einmal in einem Kindergarten arbeiten möchte. "Aber ich komme aus Parchim und man sagte mir, dass diese Schule nur den Landkreis Rostock bedient. Ich müsste nach Schwerin", erklärt die 15-Jährige. In Güstrow sagt ihr aber die großzügig angelegte Schule mit den modern eingerichteten Unterrichtsräumen und Laboren zu. "Ich werde wohl umziehen müssen, damit ich hier lernen kann", seufzt die Schülerin.

York Schumacher aus Viecheln bei Gnoien hatte bis 2010 das Fachgymnasium Metalltechnik in Bockhorst besucht und im Internat gelebt. "Wir hatten da noch eine Gemeinschaftsdusche", erinnert er sich und blickt auf den Neubau des Wohnheims. Der soll im Februar bezugsfertig sein und 129 Plätze vorhalten. Dann werden auch die Container, die jetzt als provisorische Unterkunft dienen, verschwinden. Bis auf das Haus 4, dem Sitz der Verwaltung, ist inzwischen der gesamte Komplex in Bockhorst saniert.

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