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Feuerwehrneubau für Bellin : In Bellin kann jetzt gebaut werden

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Stadtvertretung segnet Projekt Feuerwehr und Dorfgemeinschaftshaus endgültig ab. CDU-Fraktion moniert Baukosten.

von
erstellt am 28.Jul.2016 | 09:00 Uhr

Noch einmal stand das Projekt Feuerwehrneubau und Ausbau Dorfgemeinschaftshaus Bellin auf der Kippe. Die Stadtvertretung hatte am Dienstagabend über eine Beschlussvorlage zu befinden, nach der sie eine Kostensteigerung absegnen sollte. Dies lehnte sie ab. Und doch kann der Bau jetzt wohl beginnen.

Damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen, war die Ausführung für den Feuerwehranbau bereits im Vorfeld deutlich abgespeckt worden: Statt eines festen Mauerbaus soll jetzt eine Leichtbauhalle errichtet werden. Trotzdem würde das gesamte Vorhaben um 24  000 Euro teurer werden. Dies habe die Submission der Angebote zur Ausschreibung der Gewerke ergeben, erklärte die Bauverwaltung des Amtes. Auf die Stadt kämen damit – nach Abzug von zusätzlich beantragten Fördergeldern – ungeplante Auszahlungen in Höhe von 8100 Euro zu. Dies, so der Verwaltungsvorschlag, könnte durch Grundstücksverkäufe erkauft werden.

Die CDU-Fraktion sieht sich in ihrer von vornherein geäußerten Skepsis zu den Kosten für das Projekt bestätigt. Dass es Preissteigerungen geben könne, so Nils Ruhnau, sei unstrittig: „Jedoch nicht in der Dimension.“ Schon die ursprünglichen Berechnungen wären nicht stimmig gewesen, wiederholte Ruhnau bekannte Argumente. Karl-Heinz Kleinpeter sekundierte: „So können wir nicht mit Geld umgehen.“ Die bei der Halle eingesparten Gelder hätte man auch lieber woanders reinstecken wollen, grummelte der Einzelbewerber. „Wir waren nicht überrascht, dass es jetzt viel teurer wird“, blickte Christoph Küsters (Die Linke) auf die Anfänge des schon zwei Jahre währenden Zoffs um das Projekt. Der konstruktiv gedachte Gedanke, dass vielleicht die Belliner selbst in Eigenleistung das Defizit ausgleichen könnten, fand kein positives Echo. „Feuerwehr ist Aufgabe der Stadt“, stellte Bürgermeister Wolfgang Geistert klar. Da könne man nicht von Freiwilligen erwarten, dass die noch weitere freiwillige Arbeit leisten, um ihr Ehrenamt auch wahrnehmen zu können.

„Wir haben mit Kosten von 634  000 Euro ein sehr teures Vorhaben“, findet nun aber auch der Bürgermeister. Da sollten die fehlenden 8000 Euro doch aufgebracht werden. Unklar erscheine ihm die Steigerung der Planungskosten um 10  000 Euro. Auch den Aufwand für das Elektrogewerk beäuge er kritisch. Dagegen verteidigte der Bürgermeister den hohen Mehraufwand für die Außenanlagen. Der Hinterhof soll nun als Parkfläche gestaltet werden, was mit knapp 36  000 Euro zu Buche schlägt.

Wie aber aus dem Dilemma herauskommen? Schon der Finanzausschuss hatte mit deutlicher Mehrheit (5 zu 1) seine Empfehlung für den vorgeschlagenen Weg verweigert. Bürgermeister Geistert selbst schlug folgerichtig vor, den Beschlussantrag praktisch ins Gegenteil zu ändern: Überplanmäßige Ausgaben sollen nicht gezahlt, stattdessen solle in jedem Gewerk gespart werden. Diese Formel fand schließlich, ausgenommen die CDU-Vertreter, Zustimmung.

Noch in dieser Woche sollen die ersten Maureraufträge auf den Weg gebracht werden, kündigte Bürgermeister Geistert gestern an. Ende des Jahres sollte der Bau stehen.

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