zur Navigation springen

Diamantene Hochzeit : Immer zueinander gestanden

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Erika und Herbert Köster aus Schwiggerow feierten gestern ihre Diamantene Hochzeit in Güstrow

Seit 60 Jahren teilen sie Freud und Leid miteinander: Gestern feierten Erika (78) und Herbert (80) Köster das Fest der Diamantenen Hochzeit. „Jung gefreit, nie gereut“ – dieser Spruch passt bei den beiden. Erika Köster war gerade mal 17 Jahre alt, als sie sich verlobte und ein Jahr später war sie bereits Herberts Frau. „Man muss treu sein und ehrlich zueinander, dann geht alles seinen Gang“, so Herbert Kösters Devise.

Erika Köster kam als Flüchtlingskind nach Schwiggerow. Die Eltern hatten dort eine Bauernstelle übernommen. Herbert war Tagelöhnerkind, sein Vater als Traktorist tätig. „Wir haben als Kinder zusammen gespielt, sind miteinander zur Schule gegangen und haben uns gut gekannt“, erzählen sie. An die Hochzeit am 25. September 1954 können sich beide noch gut erinnern. „Es war stürmisch und regnerisch und wir mussten zuerst nach Vietgest zum Standesamt und dann nach Reinshagen, wo die kirchliche Trauung stattfand“, erzählt Erika Köster. Für sie, die bereits als 14-Jährige Verantwortung in der Landwirtschaft übernommen hatte, war es gar nicht so einfach, einen passenden Hochzeitstermin zu finden. Auch ihr Mann arbeitete in der LPG. „Die Ernte war im September soweit vorbei und die Kartoffelernte stand damals vor der Tür“, erzählt die Diamantene Braut. Diese kleine Pause nutzten die beiden, um sich das Ja-Wort zu geben. Im kleinen Kreis der Angehörigen wurde damals gefeiert

So ging es ihr Leben lang: Immer waren sie ans Haus gebunden, denn Hühner und Enten haben sie ständig gehalten. Längere Zeit Urlaub machen, gab es nicht. „Wir können nicht leben, wo kein Wald ist“, sagt Herbert Köster. In den Wäldern Schwiggerows waren sie noch bis vor kurzem täglich eineinhalb Stunden lang zu finden.

Zwei Kinder sind aus der Ehe hervor gegangen, inzwischen sind vier Enkel und zwei Urenkel hinzu gekommen. Fast ihr ganzes Leben haben sie in Schwiggerow verbracht und zogen erst vor einem Jahr nach Güstrow ins Betreute Wohnen des Deutschen Roten Kreuzes. „Die Arbeit rund ums Haus wurde zu viel“, erzählt das Paar. Rasen mähen, Schnee fegen und alles in Ordnung halten sei ihnen immer schwerer gefallen.

Warum ihre Ehe so lange gehalten hat? „Weil wir uns aufeinander verlassen konnten. Auch in Krankheit haben wir zueinander gestanden“, sagen sie und lächeln sich an. So gab es gestern erste Gratulationen vom Stadtrat Andreas Brunotte und den Bewohnern des Hauses. Mit der Familie wird das Ehepaar Köster dann am Sonnabend feiern.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen