Bürgermeisterwahl in Laage : „Immer wieder miteinander reden“

Im alten Amt Laage-Land begann seine Arbeit als Kommunalpolitiker. Jetzt will Günter Schink ins Rathaus.
Im alten Amt Laage-Land begann seine Arbeit als Kommunalpolitiker. Jetzt will Günter Schink ins Rathaus.

Bürgermeisterwahl in Laage: Kleiner Stadtrundgang mit dem Einzelbewerber Günter Schink (40, parteilos).

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15. September 2017, 05:00 Uhr

In dem Haus mit der grünen Tür nur wenige Schritte vom Laager Rathaus entfernt, hat für Günter Schink alles begonnen. Hier war das Amt Laage-Land ansässig, bevor Amt und Stadt fusionierten. Sich fürs Foto vor das Rathaus zu stellen, erschien ihm zu plakativ. Natürlich wolle er dort hinein, wolle Bürgermeister der Recknitzstadt werden. Bei vier Bewerbern um das Amt sei aber das Erreichen der Stichwahl erst einmal erstes Ziel, zeigt sich der 58-Jährige realistisch.

Günter Schink hatte es schon einmal versucht und war 2010 Ilka Lochner und Uwe Heinze unterlegen. Lange hatte er diesmal überlegt, dann aber kurz vor Toresschluss doch entschieden, es noch einmal zu versuchen. „Die Gemeinden werden über kurz oder lang alle nach Laage kommen. Die Weichen dafür sind mit dem Gemeindeleitbild doch gestellt“, sagt Schink. Dann in der Verantwortung zu sein, erscheint ihm reizvoll. „Das sind dann 47 Dörfer, alle mitzunehmen, das wird nicht einfach sein“, schaut er voraus und sieht sich dafür gut gewappnet. Die Gemeinde Wardow, deren Bürgermeister er seit 1999 ist, hat 15 Dörfer. Schink baut auf reiche Erfahrungen in der Kommunalpolitik, macht sich aber auch nichts vor: „In der Stadt ist es schwieriger als auf dem Land.“ Er setze auf eine gut funktionierende Verwaltung, will als Bürgermeister die Richtung vorgeben. Dafür müsse er sich das Vertrauen der Stadtvertreter erarbeiten. Das sei in Wardow nicht anders gewesen. Gut zuhören, Probleme erkennen, die Situation genau beleuchten und dann entscheiden, was notwendig und was machbar ist – so beschreibt Schink seine Herangehensweise. Immer wieder miteinander zu reden, stellt er als ganz besonders wichtig heraus.

Während der vergangenen Wochen habe er bei Veranstaltungen, bei denen er als Bürgermeisterkandidat auftrat, schon viel erfahren, viele Sorgen angehört und Anregungen bekommen. Gleich am Markt zeigt er auf die leere Fläche. „Ein Ärztehaus sollte hier entstehen, woran es hakt, weiß ich nicht. Man muss mit dem Investor reden“, meint der 58-Jährige und geht weiter zur Baustraße. Die ist gesperrt, weil ein Haus dort zusammenzubrechen droht. Auch hier müsse man das Gespräch suchen und eine Lösung finden. Schink wendet sich noch einmal zum Markt um und sagt, dass es dort eine Bushaltestelle geben müsste. Senioren und auch die Gewerbetreibenden würden das begrüßen. Es könnte den Stadtkern beleben und für die Menschen, die aus den Dörfern in die Stadt kommen, manches erleichtern. Fast alles könne in Marktnähe erledigt werden.

Apropos Bushaltestelle. Weit hinten in der Breesener Straße stoppt Schink. Schön sieht es an der Haltestelle nicht aus. Insbesondere die älteren Bürger würden über mangelnde Sauberkeit in der Stadt klagen. Der Papierkorb an der Haltestelle ist voll. Wäre er größer und hätte er einen Deckel, könnte es besser aussehen, denkt Schink. Kleinere Probleme müssten relativ schnell gelöst werden, meint er und blickt als nächstes auf die Freilichtbühne. Eine Sanierung sei wünschenswert, aber er will sich nicht festlegen, auch nicht beim Albertinum. Das sei ein größeres Kaliber. Es müsse genau abgewogen werden, was man will und in welchem Verhältnis Aufwand und Nutzen stünden. „Rechnen habe ich bei der Kämmerin im Amt, bei Frau Wendt, gelernt“, sagt Schink. An der nächsten Station am Eingangsbereich zum neuen Friedhof sieht er das Problem mit einer Treppe überschaubarer. Die Leute würden aus der Rudolf-Harbig-Straße kommend an den Garagen vorbei und über die Bundesstraße zum Friedhof gehen. Eine Treppe in bedauernswertem Zustand sei mit einem Rollator gleich gar nicht zu überwinden. Marita Much vom Blumenladen am Friedhof – man kennt sich – sieht eine Schräge als Lösung. So teuer könne das nicht sein, meinen beide.

Das Geld ist der Knackpunkt in Sachen Freibad – nächste Station. Ein Ausbau, wie er von der Stadtvertretung jüngst abgelehnt wurde, sieht auch Schink als unrealistisch – wünschenswert, aber nicht bezahlbar. An der Suche nach Alternativen will er sich gern beteiligen und sieht auf den ersten Blick eine Busverbindung in die Bäder in Güstrow und Tessin.

Insgesamt sei die Stadt gut aufgestellt. Millionen sind in die Stadtsanierung geflossen. Es gebe Baugebiete, die gerade sehr gut nachgefragt werden. „Aber wie ich höre, fehlt es an Spielplätzen. Die aber gehören dazu. Da muss man noch mal genau auf den Bebauungsplan gucken“, sagt Schink, dem die Kommunalpolitik immer noch Spaß macht. Er sieht sich nicht „als Schönwetterbürgermeister“. Schink: „Man muss über alles reden und gut zuhören. Wenn aber etwas nicht geht, muss man es auch aushalten können.“ Auch das könne er inzwischen.

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