Demografiebereicht : Immer weniger Einwohner

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Kreisentwicklungsamt und Wimes-Büro Rostock legen ersten Demografiebericht des Landkreises Rostock vor

svz.de von
11. März 2014, 06:00 Uhr

Mit dem ersten Demografiebericht des Landkreises Rostock erhalten 23 Ämter, amtsfreie Gemeinden und Städte ein Papier, mit dem sie ihre Entwicklung bis 2012 bei Einwohnern, bei Wirtschaft und Beschäftigung sowie bei der Ausstattung mit Kindertagesplätzen und altersgerechtem Wohnformen mit Pflegeangeboten vergleichen und gegenüber stellen können. Er knüpft gleichzeitig an die Strukturanalyse von 2001 bis 2007 an. Ziel sei es, keine Rangordnung herzustellen, heißt es in dem Bericht, sondern Vorzüge, Qualitäten oder Defizite abzulesen. Auch Prognosen bis 2020 gibt es.

Erarbeitet wurde der Bericht vom Kreisentwicklungsamt mit der Firma Wimes, ein Rostocker Büro für Stadt-, Regional- und Raumentwicklung. Wimes-Geschäftsführerin Barbara Genschow stellte den Bericht vor.

Der Einwohnerverlust im Landkreis betrug von 2001 bis 2012 im Landkreis 7,1 Prozent. Diese Entwicklung sei hauptsächlich durch die hohen Verluste im Ex-Landkreis Güstrow eingetreten, so Genschow. Daran hat auch die Kreisstadt Güstrow ihren Anteil. Genschow: „In Güstrow sind die Wanderungsgewinne der Einwohner im Haupterwerbsalter von 15 bis 65 von 2006 bis 2012 nicht so eingetreten wie angenommen. Güstrow weicht vier Prozent von der Prognose ab.“ In den Ämtern Carbäk, Bad Doberan-Land und Warnow-West sowie in Kühlungsborn und Graal-Müritz habe es hingegen Einwohnergewinne gegeben. Für den Landkreis Rostock wird bis 2020 eine Bevölkerungsabnahme von 4,4 Prozent prognostiziert. In den Ämtern Carbäk, Rostocker Heide sowie in Dummerstorf, Graal-Müritz, Kühlungsborn, Sanitz und Satow geht Wimes von einem Einwohnerzuwachs aus. Als Fazit sagt die Geschäftsführerin: „Eine Entwicklung ist aber auch mit weniger Einwohnern möglich.“

Der Bericht stellt weiter fest, dass von 2001 zu 2012 in allen Ämtern und Städten die Arbeitslosigkeit zurückgegangen ist. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung am Wohnort, gemessen an den Personen im erwerbsfähigen Alter 15 bis 65 Jahre, erreichte 2012 einen Wert von 55,9 Prozent.

Die Untersuchung wertet auch die Kaufkraft im Landkreis. Sie liegt im unmittelbaren Umland Rostocks sowie in Kühlungsborn, Sanitz, Satow und dem Amt Bad Doberan-Land überdurchschnittlich hoch. Die Kaufkraft je Einwohner lag 2012 im Landkreis bei 18 019 Euro je Einwohner.

Die Quoten im Krippen- und Kindergartenbereich für 2012 belegen eine ausreichende Versorgung mit Plätzen für Kinder im Alter von 1 bis 6,5 Jahren. Kapazitätserweiterungen sind in den Ämtern Bad Doberan-Land, Neubukow-Salzhaff, Warnow-West, Schwaan, Laage und Tessin sowie in Dummerstorf und Graal-Müritz notwendig.

Als deutlich besser als gegenwärtig in der Öffentlichkeit verbreitete „schlechte Ruf“ stellt sich für Genschow der Versorgungsgrad der älteren pflegebedürftigen Bevölkerung dar. Ausgewählt wurde für den Bericht die Altersgruppe ab 75 Jahre. Erfahrungsgemäß würden dort rund 20 Prozent altersgerechter Wohnraum mit Pflegeangeboten benötigt, so Genschow. Rein rechnerisch ergibt sich damit ein Bedarf von rund 4100 Plätzen. Bis 2019 werde die Zahl der Einwohner ab 75 Jahre noch ansteigen. Genschow: „Damit wird sich der Bedarf auf etwa 5400 Plätze erhöhen.“


























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