SVZ-Sommertour : Immer ein Erlebnis – der Obersee

Ihn wollten die SVZ-Leser unbedingt sehen: den Seeadler. Drei Brutpaare gibt es auf dem Obersee. Ende Juni zählte Sebastian Lorenz an einem Tag sogar mal 27 Seeadler.
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Ihn wollten die SVZ-Leser unbedingt sehen: den Seeadler. Drei Brutpaare gibt es auf dem Obersee. Ende Juni zählte Sebastian Lorenz an einem Tag sogar mal 27 Seeadler.

SVZ-Sommertour machte in dem Krakower Naturschutzgebiet Station. Rundgänge auf dem Großen Werder und auf Rauhwerder

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01. August 2015, 06:00 Uhr

Eckard Quade ist seiner SVZ dankbar, dass sie ihm gestern auf der zweiten Station der Sommertour eine Bootsfahrt ins Naturschutzgebiet „Krakower Obersee“ ermöglichte. Für den Diekhofer war es eine späte Premiere, obwohl er 1945 nach Bossow kam, in Krakow am See zur Schule ging und beim Onkel in der Stadt seine Kindheit verlebte. „Aber ich hatte nie die Möglichkeit, den Großen Werder, die größte Insel, zu besuchen, obwohl ich sie vor der Nase hatte.“

Auch für Jutta Gerbracht aus Laage war die Tour ein Erlebnis. „Das Wetter passte und wir hatten einen tollen Führer, der auf jede Frage eine Antwort wusste. Mit das Schönste für mich war die Urwüchsigkeit der Inseln“, schwärmte sie in höchsten Tönen.

Im Bestand stabil: Lachmöwe und Kormoran

„Ich bin in den Ferien bei meiner Oma in Krakow am See. Die Tour hat mich interessiert, weil ich Vögel, und besonders Greifvögel, über alle Maßen gerne mag“, erzählte Lars Lellinger. Der 15-Jährige kommt aus Weiterstadt und nahm als „Trophäen“ Federn von jetzt mausernden Enten mit nach Hause.

Auch Renate Walther aus Mühl Rosin gefiel die Obersee-Tour sehr gut. Sie hielt viele Momente mit der Kamera fest. Außerdem blickte sie immer wieder durch das Fernglas. „Ich bin wegen der Kormorane mitgekommen. Ihre Größe finde ich beeindruckend.“ Ein Erlebnis für sie war aber auch der Rundgang auf Rauhwerder. Die Insel mit dem größten Baumbestand, über 200 Jahre nicht bewirtschaftet. Renate Walther: „Die umgestürzten Bäume, diese unberührte Natur und die hoch mit Efeu umrankten Bäume haben mich begeistert.“

Über so viel Interesse und Lob für den Obersee freute sich Dr. Sebastian Lorenz. Der Geowissenschaftler an der Uni Greifswald ist seit Oktober 2013 ehrenamtlicher Betreuer des Naturschutzgebietes „Obersee“, beschäftigt sich mit ihm aber als Krakower und „Schüler“ von Dr. Wolfgang Neubauer seit 1997. Auch für ihn ist der Obersee immer wieder ein Erlebnis. Mindestens einmal in 14 Tagen ist er dort unterwegs, schaut nach dem Rechten und begutachtet die Bestände. Gestern zählte er vom Beobachtungsturm z.B. 1200 Graugänse, 2400 Reiherenten, 80 Höckerschwäne, 90 Stockenten und drei Bruchwasserläufer auf dem Wasser. Die SVZ-Leser erfuhren von ihm weiter, dass die Lachmöwenkolonie im Bestand mit 6000 Paaren stabil ist. Das Gleiche gilt für die Kormorane. „Auf dem Obersee sind zwar 100 weniger. Aber die haben sich jetzt auf dem Untersee angesiedelt“, weiß der Experte zu erzählen.

Nach drei Stunden endete die Tour – allerdings abenteuerlich. Horst Müller entdeckte in einem Stromdraht, der Kühe abhält, tiefer in den See hinein zu laufen, einen Schwan. Sebastian Lorenz befreite ihn. Der Schwan war schon sehr schwach, schwamm aber ruhig davon. Ein doppelt gelungenes Ende dieser Sommertour.

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