Güstrow : Im Zeichen des Friedens

Torsten Renz und Arne Schuldt legen gemeinsam einen Kranz nieder.  Fotos: Evelyn Bubber-Menzel
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Torsten Renz und Arne Schuldt legen gemeinsam einen Kranz nieder. Fotos: Evelyn Bubber-Menzel

Gedenken an die Opfer des Ersten Weltkrieges

svz.de von
16. November 2014, 17:54 Uhr

Mit Tränen in den Augen trat gestern am Volkstrauertag der 86-jährige Gerhard Zenk vor das große Holzkreuz auf der Kriegsgräberanlage des 1. Weltkrieges auf dem Güstrower Friedhof. Ergriffen setzte er ein Grablicht an der Stelle nieder, an der zuvor der Güstrower Stadtpräsident Torsten Renz (CDU) und Bürgermeister Arne Schuldt im Namen des Parlaments und der Stadt sowie Soldaten des Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“ Laage Kränze niedergelegt hatten. Damit gedachten sie 100 Jahre nach Ausbruch des Krieges der Opfer des Ersten Weltkrieges, der „Urkastas-trophe des 20. Jahrhunderts“, wie Bürgermeister Schuldt in seiner Gedenkrede betonte. Diese kostete Millionen Menschenleben und forderte auch unter den Güstrowern zahlreiche Opfer. Wovon die Grabsteine und Steinkreuze auf der Anlage zeugen.

Gerhard Zenk hatte seinen Bruder im Zweiten Weltkrieg verloren, der, wie Schuldt sagte, „Schrecken und Gewalt ins Unfassbare steigerte“. Wo sein Bruder in der Erde liegt, weiß Gerhard Zenk nicht. „Er fiel drei Tage vor dem Ende des Krieges. Das geht mir immer noch sehr nahe“, sagt der Güstrower. Anlässe wie diese seien deshalb für ihn sehr wichtig, betont der Rentner. „Wo soll ich denn sonst um meinen Bruder trauern?“ Nach dem millionenfachen Sterben im Ersten Weltkrieg habe es sich der Volksbund Kriegsgräberfürsorge zur Aufgabe gemacht, den Toten, den Opfern von Krieg und Gewalt, ein Grab zu geben, einen Ort der Trauer, des Abschiednehmens, des Erinnerns und Gedenkens, so Arne Schuldt. „Der Blick zurück kann unsere Aufmerksamkeit schärfen und uns warnen, was kommen kann, wenn wir unachtsam werden“, so der Bürgermeister. Der Aufbau der Europäischen Union sei ein „großes Friedens- und Versöhnungswerk, das zu erhalten und weiterzuentwickeln sich nicht nur lohnt, sondern unsere künftige Existenzbedingung darstellt.“ Auch Christian Dobslaw vom Deutschen Volksbund Kriegsgräberfürsorge bekräftigte diesen Gedanken und mahnte die Fortsetzung der Arbeit „im Zeichen des Friedens“ an.

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