Krakow am See : Im Visier des Staatsanwalts

„Das haut mich vom Hocker! Ich habe keine Ahnung, worum es da geht.“ - Thomas Bachmann, Geschäftsführer Wokra
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„Das haut mich vom Hocker! Ich habe keine Ahnung, worum es da geht.“ - Thomas Bachmann, Geschäftsführer Wokra

Ermittlungen gegen neuen Wokra-Geschäftsführer / Thomas Bachmann: „Davon weiß ich nichts“

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14. November 2014, 06:00 Uhr

Bürgermeister Wolfgang Geistert musste erst mal schlucken, als er gestern die Nachricht übermittelt bekam: Gegen den Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft mbH Krakow am See (Wokra), Thomas Bachmann, ermittelt der Staatsanwalt. Dies hat die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ) gemeldet.

Der Neuruppiner Oberstaatsanwalt Frank Winter bestätigte der SVZ diese Information. Seit Mitte 2012 dauerten die Ermittlungen gegen Bachmann in dessen früheren Funktion als Geschäftsführer der Blankenfelder Wohnungsbaugesellschaft (Wobab). Winter: „Es läuft ein Verfahren wegen wettbewerbsbeschränkender Absprachen im Zusammenhang mit Auftragsvergaben.“ Nähere Auskünfte wollte der Ermittler nicht geben, die „Ermittlungen laufen“.

Thomas Bachmann zeigte sich, gestern von der SVZ mit den Vorwürfen konfrontiert, überrascht und verwundert. „Davon weiß ich nichts, das haut mich vom Hocker!“, sagte er. Dass laut Zeitungsbericht der Bürgermeister von Blankenfelde und seine Nachfolgerin in der Wobab-Geschäftsführung sehr wohl von den Ermittlungen wüssten, sei schon komisch, doch die besagte Zeitung habe er zu Hause nicht. Der ehemalige Wobab-Geschäftsführer argwöhnt, dass sich Neider und politische Ränkespiele hinter der anonymen Anzeige verbergen könnten. Bachmann: „Und bei mir hat sich die Staatsanwaltschaft nicht gemeldet.“ Er habe vielmehr in Blankenfelde einen „ordentlichen Job“ gemacht und „das dortige Unternehmen vorangebracht“, meint Bachmann im Rückblick und betont: „Ich bin mir selbstverständlich keiner Schuld bewusst.“

Sein Ausscheiden aus der Wobab in Blankenfelde erklärte Bachmann als normalen Vorgang, mit dem ein befristeter Vertrag mit einem Geschäftsführer endet. „Es gibt keinen Anspruch, dass befristete Verträge verlängert werden.“ Aus diesem Grunde habe er im September 2012 das Unternehmen verlassen. …müssen?

Gegenüber der Krakower Stadtvertretung, die den Geschäftsführer für ihre kommunale Gesellschaft Wokra am 24. Juni zunächst auf Probe bestellt hat, habe er „Differenzen mit seinem Arbeitgeber“ eingeräumt, räumte Bürgermeister Geistert ein. Von Ermittlungen des Staatsanwalts habe er, Geistert, nichts gewusst. In der Phase der Bewerbung auf die bundesweite Ausschreibung des Geschäftsführerpostens habe der Kandidat ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen müssen, und das sei einwandfrei gewesen. Geistert: „Ermittlungen sind keine Verurteilungen. Derzeit sehe ich keinen Grund, die Zusammenarbeit mit Herrn Bachmann nicht fortzuführen. Ich möchte gerne mit ihm weitermachen.“

Thomas Bachmann scheint das genauso zu sehen: „Die Staatsanwaltschaft wird die Dinge schon auf den Punkt bringen. Das macht mich nicht nervös.“

Der Geschäftsführerposten der Wokra war vakant geworden, nachdem Vorgänger Jens Wiese gekündigt worden war. Der geht auf dem Rechtsweg gegen seine Kündigung vor und wartet auf Prozessbeginn am Arbeitsgericht. Der aus Fredersdorf stammende Thomas Bachmann, der umfangreiche wohnungswirtschaftliche Erfahrungen ausweisen konnte, hatte sich unter 17 Neubewerbern durchgesetzt.

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