Güstrower Kreishaus : Im Inneren der Gebärmutter

Demonstriert im Gebärmutter-Zelt, wie die Schwangerschaftswochen verlaufen: Jaqueline Garske (2. v. r.) von Pro Famila .
Demonstriert im Gebärmutter-Zelt, wie die Schwangerschaftswochen verlaufen: Jaqueline Garske (2. v. r.) von Pro Famila .

Beeindruckende Ausstellung „Zero“ noch heute und morgen im Güstrower Kreishaus zu sehen.

svz.de von
15. Mai 2018, 21:00 Uhr

Babygeschrei im Kreistagssaal. Wo sich sonst Kreistagsmitglieder mitunter heftige Rededuelle liefern, klärt eine Ausstellung Jugendliche und junge Erwachsene über die Folgen von Alkoholkonsum während der Schwangerschaft auf. Die Botschaft ist unmissverständlich: „Zero“! Kein Alkohol während der Schwangerschaft. Sonst besteht ein hohes Risiko, dass die Kinder mit schweren Schäden – als Fetales Alkoholsyndrom (FASD) bezeichnet – auf die Welt kommen.

Die Babygeräusche stammen von Puppen, die zu der Wanderausstellung gehören. Im Zentrum der Schau steht ein als symbolische und begehbare Gebärmutter aufgebautes Kuppelzelt. Im Inneren ist erlebbar, wie 40 Wochen der Schwangerschaft verlaufen, wie schwer das Kind in den einzelnen Zeitabschnitten ist, wie es sich entwickelt. „Das ist wirklich krass, das so zu sehen. Wir haben zwar in Biologie daüber gesprochen, aber nicht so anschaulich“, fand Jessica Lange, Schülerin einer 9. Klasse der Schule am Inselsee.

„Die Ausstellung, die zurzeit durch MV tourt, ist eine gute Möglichkeit, junge Menschen für das Thema Schwangerschaft zu sensibilisieren“, sagt Dörte Podratz, Koordinatorin für Frühe Hilfen im Landkreis. Besonders wertvoll findet sie, dass die Schau nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daherkommt. Gleichzeitig führt sie ungeschminkt vor Augen, wie schlimm das Leben eines Menschen vom ersten Tag an verlaufen kann, wenn die schwangere Mutter Alkohol zu sich genommen hat. Jede Stunde, so informiert die Ausstellung, kommt in Deutschland mindestens ein Kind mit FASD zur Welt. Oder: das ungeborene Kind trinkt mit. Sofort hat es den gleichen Promillewert wie die Mutter, braucht aber die zehnfache Zeit, um den Alkohol abzubauen.

„Zero“ kann noch heute und morgen im Kreistagssaal besucht werden. Danach wird die Schau für zwei Tage in Bad Doberan und anschließend in Rostock gezeigt.


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