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Ins Atelier geschaut : Ihre Kühe und Engel sind heiß begehrt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

SVZ-Serie „Ins Atelier geschaut“: Besuch bei der Malerin Marianne Kindt in Laage / Kuhmotive hängen mittlerweile in der ganzen Welt

Für die Pfingstaktion „Kunst: offen“ hatte sich die Malerin Marianne Kindt eine angefangene Arbeit für ihre Ausstellung im Biogut Schloss Wardow mitgenommen. Vielleicht kommen nur wenige Interessenten und du hast Zeit zum Malen, dachte sie. Aber dann führte sie so viele Gespräche mit Besuchern, dass Palette und Pinsel unberührt blieben. Also musste sie im heimischen Atelier in ihrem Geburtshaus in Laage eine Sonderschicht einlegen, um den Wünschen ihrer Galerien in der Schweiz sowie in Hamburg, im bayrischen Regen und in Karlsruhe nach frischen Bildern nachzukommen.

Ende des vergangenen Jahres bremste eine Brustkrebs-Diagnose das produktive Schaffen der Malerin. Es folgten zwei Operationen, Chemotherapien und Bestrahlungen. „Das raubt Kraft“, sagt die 64-Jährige, deren Kalender ohnehin schon mit Terminen für Malreisen, Kursen und Ausstellungsvorhaben gut gefüllt ist. Nun kommen Arzttermine dazu.

Marianne Kindt ist eine Spätstarterin. Von Kindes Beinen an begeisterte sie sich für die Malerei, aber erst Mitte der 1990er-Jahre fand sie den Mut, sich beruflich neu zu orientierten. Sie begann eine künstlerische Ausbildung bei mehreren Malern in Hamburg und Schleswig-Holstein. 1998 nahm sie ein Studium an der Kunstschule für Malerei und Grafik in Bochum auf. 2001 kam sie in die Meisterklasse von Professor Oi Yang und wurde bald seine Meisterschülerin. Er bestärkte sie auch, ihren beschrittenen Weg der informellen Malerei weiter zu gehen. Diese Kunstrichtung, die sich Mitte der 1940er-Jahre in Paris gebildet hatte, versucht, verschiedene abstrakte Strömungen der Nachkriegskunst zu vereinen. „Meine Bilder suchen den Dialog, sie provozieren mitunter. Ich bevorzuge ein offenes System, in dem sich der Betrachter selbst in Bewegung setzen muss, um zu finden, was seinen Vorstellungen entspricht“, sagt sie.


Ausflüge in experimentelle Malerei


Dazu gehören bei Marianne Kindt auch Bilder, die über Wochen, manchmal Monate, „wachsen“. Dabei steht für die Künstlerin nicht die Vollendung eines Motivs im Vordergrund, sondern die Inspiration, die sich im Prozess entwickelt. „Ich habe schon an vor zwei Jahren signierten Bildern weitergearbeitet“, verrät sie. Eng verbunden damit sind Ausflüge in die experimentelle Malerei. Marianne Kindt schafft ihre Küsten- und Seenlandschaften aus Acrylfarben, verarbeitet dabei aber auch gern Beton, Asche, Sand, Schellack oder Spachtelmasse.

Eine andere Richtung verfolgt Marianne Kindt, die Mitglied im Berufsverband Freier Deutscher Künstler ist, mit ihren Darstellungen von Engeln und Tieren, vorzugsweise Kühen. „Die Engelmotive hatte ich einmal für eine Weihnachtsausstellung vorgesehen. Sie werden jetzt übers ganze Jahr und besonders gern ab Herbst nachgefragt“, sagt sie. Anders verhält es sich mit den Kühen. Die verbindet sie mit Erinnerungen an den großelterlichen Bauernhof in einem Dorf bei Laage. Ihre ganz eigenen Kreationen der mecklenburgischen Kühe traten inzwischen von Galerien am Zürichsee und Gstaad ihren Siegeszug um die Welt an. „Damit teile ich offenbar die Vorliebe von Menschen aus der Schweiz, den USA, aus Arabien, Italien, Frankreich, Belgien, Österreich und aus vielen deutschen Bundesländern, bei denen meine Kühe ein Zuhause gefunden haben“, freut sie sich über die große Nachfrage. Inzwischen hat sie ihr Repertoire um Schafe, Schweine, Ziegen und Hühner erweitert.



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